Baugeld

Was ist Baugeld?

Als Baugeld bezeichnet man die Gelder, die für die Baufinanzierung eingesetzt werden. Man meint damit also nicht die Bauzinsen, sondern den Betrag, den man vor dem Kauf einer Immobilie bei einer Bank, Versicherung oder Bausparkasse beantragen muss. Wenn man dagegen sagt: Das Baugeld hat sich verteuert oder verbilligt, meint man, dass die Hypothekenzinsen gestiegen oder gesunken sind.

Was kostet Baugeld?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Kosten, die für das Baugeld entstehen, sind im sogenannten Effektivzins enthalten. Denn Baugeld-Anbieter verleihen das Geld für den Hauskredit natürlich nicht kostenlos. Sie erheben Hypothekenzinsen auf das Baudarlehen. Die Höhe der Bauzinsen wiederum ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich und von weiteren Faktoren wie der Höhe der Beleihung abhängig.

Wer kann Baudarlehen beantragen?

Baudarlehen kann theoretisch jeder volljährige Erwachsene beantragen, der ein festes Einkommen hat und sein Geld in Deutschland verdient oder in Deutschland wohnt. Dies dient zur Sicherung des Immobilienkredits, da Banken bei säumigen Kreditnehmern im Ausland nur schwer pfänden kann. Bei der Baufinanzierung schreibt der Gesetzgeber vor, dass die Bank vor Genehmigung eines Hauskredits sehr genau prüfen muss, ob der Kreditnehmer die Raten auch langfristig bezahlen kann. Sollte die Baufinanzierung bis ins Rentenalter reichen, ist zudem zu prüfen, ob die Kreditraten auch im Rentenalter bezahlt werden können.

Wie funktioniert eine Baufinanzierung?

Wie der Name schon sagt, dient die Baufinanzierung der Bezahlung eines Baus oder Kaufs eines Hauses, einer Eigentumswohnung oder auch eines Mehrfamilienhauses. Der Vertrag einer Baufinanzierung setzt sich zusammen aus dem Darlehensbetrag, den zu zahlenden Bauzinsen und der Tilgung des Baudarlehens. Man beantragt die Baufinanzierung bei einer Bank, Versicherung oder einem Vermittler. Dort wird geprüft, ob die Immobilien genügend Werthaltigkeit hat und ob die Kreditnehmer das Baudarlehen auch langfristig wie vereinbart zurückbezahlen können.

Was ist bei einer Baufinanzierung zu beachten?

Bei einer Baufinanzierung bindet man sich über viele Jahre an den unterschriebenen Darlehensvertrag. In den meisten Fällen wird eine Zinsfestschreibung über 10, 15 oder auch 20 Jahre und länger vereinbart. Für die richtige Entscheidung ist auch die Baugeld Zinsentwicklung wichtig, da sich hieraus eventuell ableiten lässt, wie die zukünftige Entwicklung der Bauzinsen aussehen könnte. Die Konditionen der Baufinanzierung setzen sich zusammen aus den Bauzinsen, der Tilgungshöhe in Prozent und die Zinsaufschläge für unterschiedliche Kriterien. Aber auch Rabatte sind sehr oft möglich, beispielsweise für hohe Darlehensbeträge oder hohe Tilgungssätze.

Welche Laufzeit hat eine Baufinanzierung?

Die Laufzeit einer Baufinanzierung ist primär abhängig von der Höhe der vereinbarten Tilgung. Bei zwei Prozent Tilgung und einem Prozent Bauzinsen müsste man beispielsweise mit einer Laufzeit von 40,5 Jahren rechnen. Bei drei Prozent Tilgung verkürzt sich die Laufzeit schon auf knapp 29 Jahre. Wären Bauzins und Tilgungsrate jeweils drei Prozent, würde sich die Laufzeit auf 23 Jahre reduzieren. Bei der Baufinanzierung, kurz Baufi genannt, werden jeden Monat gleich hohe Kreditraten bezahlt. Je mehr man getilgt hat, desto weniger Zinsen muss man folglich auch bezahlen und desto schneller erfolgt die Entschuldung.

Gelten die Bauzinsen für die gesamte Baufinanzierungszeit?

In Deutschland gilt der Vertrag eines Immobilienkredits, bis der letzte Euro getilgt ist. Man hat jedoch die Möglichkeit, Verträge am Ende der Zinsbindung, spätestens nach 10 Jahren ohne Vorfälligkeitsentschädigung zu kündigen, auch dann wenn die Zinsfestschreibung 30 Jahre und länger vereinbart wurde. Die Zinsbindungsdauer ist nicht identisch mit der Vertragsdauer. Zu Zeiten niedriger Hypothekenzinsen ist es ratsam, eine möglichst lange Zinsfestschreibung zu wählen. Wenn eine Anschlussfinanzierung ansteht, kann bis zu 5 Jahren im Voraus auch ein sogenanntes Forward Darlehen abgeschlossen werden. Damit lassen sich die zu diesem Zeitpunkt geltenden Zinsen sichern.

Wie kann ich meine Baufinanzierung berechnen?

Jeder Geldgeber ist verpflichtet seinem Baufi-Kunden einen verständlichen Tilgungsverlauf mitzuliefern. Wer jedoch schon im Vorfeld wissen will, worauf er sich einlässt und seine Rate und Restschuld berechnen will, sollte unseren Baugeld-Vergleich nutzen, der sogar die Berechnung von KfW-Darlehen und individuelle Detail-Berechnungen erlaubt. Die Zinsunterschiede sind oft sehr gering, doch durch die hohen Summen der Baudarlehen und die langen Zinsbindungen machen selbst diese kleinen Abweichungen große Unterschiede. Deshalb winken enorme Ersparnisse, wenn man seinen Baugeld-Anbieter geschickt auswählt.

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