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"Grüner" Sommerurlaub am Strand Algenpest plagt Bretagne wieder

Urlauber in der Bretagne müssen sich auch in diesem Sommer an vielen Stränden auf gesundheitsgefährdende Algen einstellen. Die Pflanze ist selbst nicht giftig, entwickelt aber Schwefelwasserstoff, wenn sie vermodert.

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Algenpest in Frankreich im vergangenen Jahr: Auch in diesem Sommer werden die Wasserpflanzen an vielen Stränden der Bretagne wieder zum Problem.

Auch in diesem Sommer bleiben Bretagne-Urlauber von den gefährlichen Algen nicht verschont.Seit Saisonbeginn seien bereits 25.000 Kubikmeter Algen eingesammelt worden, berichtete die französische Zeitung "Le Figaro". Am stärksten betroffen sei der Norden des Departements Finistère. Im Ort Douarnenez sei Anfang Juli vorübergehend sogar der Strand wegen der Algen gesperrt worden. "Wenn das so weitergeht, kommen wir den Sommer über mit dem Einsammeln nicht mehr hinterher", sagte William Boulic, Vorsitzender des Gemeindeverbandes.

Wegräumen statt Ursachenbekämpfung

Die französische Regierung hat bislang eher darauf gesetzt, die Algen zu beseitigen, als ihre Ursachen zu bekämpfen. Zu diesen gehören unter anderem die Schweinehaltung und das Düngen in der Landwirtschaft. In diesem Jahr stehen 700.000 Euro für das Aufsammeln der Algen bereit. Zudem sollen drei neue Kompostieranlagen gebaut werden. Umweltschützer fordern seit langem, bei der Bekämpfung des Problems in der Landwirtschaft anzusetzen. Erst kürzlich stimmte die Nationalversammlung allerdings einer Gesetzesänderung zu, die den Schweinezüchtern die Gründung größerer Betriebe erleichtert.

Im Sommer 2009 hatte es in Frankreich eine heftige Debatte über die Gefährlichkeit der in der Bretagne massenweise angeschwemmten Grünalgen gegeben. Experten brachten den Tod eines Algen-Transporteurs mit den schädlichen Gasen in Zusammenhang, die die verrottenden Pflanzen abgeben. Die Pflanze ist selbst nicht giftig. Sie entwickelt aber Schwefelwasserstoff, wenn sie vermodert.

Quelle: n-tv.de, dpa

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