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Forderung von Schadensersatz möglich "Carnival Splendor"-Trip abgesagt

Nach der Havarie auf dem US-Kreuzfahrtschiff "Carnival Splendor" hat die Reederei die nächste Reise des Schiffes abgesagt. Die Urlauber erhielten ihr Geld zurück, erklärt ein Unternehmenssprecher. Passagiere auf der havarierten Fahrten haben derweil möglicherweise Anspruch auf Schadensersatz.

Weitere Reise der havarierten «Carnival Splendor» abgesagt. (Bild: dpa)

Derzeit liegt das Schiff im Hafen von San Diego.

Die US-Kreuzfahrtreederei Carnival Cruise Lines hat die nächste Fahrt der havarierten "Carnival Splendor" abgesagt. Die Reise werde storniert, die Urlauber erhielten ihr Geld zurück, erklärt ein Sprecher des Unternehmensbüros in München.

Die "Carnival Splendor" hätte am Sonntag (14. November) in Long Beach bei Los Angeles zu einer siebentägigen Kreuzfahrt nach Mexiko auslaufen sollen. Wann das 290 Meter lange Schiff wieder auslaufen kann, ist derzeit noch unklar. Im Moment liege es im Hafen von San Diego, erklärt der Unternehmenssprecher. Dort werde untersucht, welche Schäden der Brand verursacht hat. Erst danach könne man abschätzen, wie lange die Reparatur dauert.

Verschulden und Beeinträchtigung

Bei einem Unfall wie dem Brand der "Carnival Splendor" haben Passagiere möglicherweise Anspruch auf Schadenersatz. Das hänge von zwei Fragen ab, erklärt Rechtsanwalt Christian Rittmann aus dem baden-württembergischen Oberkirch: Erstens, ob die Reederei oder der Veranstalter den Brand verschuldet haben. Und zweitens, ob die Reise erheblich beeinträchtigt wurde.

Ein Verschulden liegt laut Rittmann vor, wenn ein Mitarbeiter einen Fehler machte oder das Schiff ungenügend gewartet wurde. Die Beweislast liege beim Veranstalter. Ein nicht erkennbarer Materialfehler, etwa wenn ein neuer Ölschlauch platzt, sei dagegen höhere Gewalt. Was den Brand im Maschinenraum der "Carnival Splendor" verursacht hat, wird derzeit untersucht.

Urteil des Bundesgerichtshofs ist eindeutig

Außer Frage steht im aktuellen Fall aber, dass die Reise erheblich beeinträchtigt wurde. Nach dem Brand funktionierte mehrere Tage die Klimaanlage nicht, es gab keine kalten Getränke und nur eine Notstromversorgung. Von einer Kreuzfahrt könnten Urlauber aber eine hohe Qualität erwarten, sagt Rittmann. Für die Tage, an denen das Schiff manövrierunfähig auf dem Meer trieb, könnten die Passagiere den Reisepreis um 100 Prozent mindern.

Wie viel Schadenersatz Urlaubern zusteht, ist laut Rittmann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen: X ZR 118/03) klar geregelt. Falls die Kunden den Reisepreis um mindestens 30 Prozent mindern könnten, stünden ihnen ebenso viel Prozent des Reisepreises als Schadenersatz zu.

Die "Carnival Splendor" war am Sonntag (7. November) zu einer einwöchigen Kreuzfahrt nach Mexiko aufgebrochen. Am Montag brach ein Feuer im Maschinenraum aus. Es konnte zwar gelöscht werden, doch danach fiel auf dem 290 Meter langen Schiff der Strom aus.

Quelle: n-tv.de, dpa

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