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"Abbruch nicht auf der Agenda" 39 Absagen bedrohen die Bundesliga-Saison

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Ziemlich schwierig.

(Foto: imago images/foto2press)

Die Handball-Bundesliga springt von einer Neuansetzung zur nächsten - weil Corona-Fälle und Quarantäne-Anordnungen zu zahlreichen Spielabsagen führen. Um die Saison dennoch regulär zu beenden, bereitet die Organisation bereits alternative Szenarien vor.

Die Corona-Pandemie durchkreuzt den Spielplan der Handball-Bundesliga immer wieder aufs Neue, doch ans Aufgeben denkt Frank Bohmann noch lange nicht. "Einen Abbruch haben wir nicht auf der Agenda", bekräftigte der Ligachef. Da war gerade die nächste Spielabsage in der HBL-Zentrale in Köln auf den Tisch geflattert.

Mittlerweile 39 Spiele mussten seit Beginn der "Corona-Saison 2020/21" verlegt werden, unmittelbar vor dem 26. Spieltag erwischte es die für Sonntag angesetzte Partie des HC Erlangen beim TSV GWD Minden. Bei den Mittelfranken waren nicht wie Ende März zunächst angenommen "nur" drei Corona-Fälle aufgetreten, sondern "nahezu die komplette Mannschaft" hatte sich infiziert. Das teilte der Klub mit. "Um es klar zu sagen, es hat uns wirklich voll erwischt", sagte Erlangens Geschäftsführer Rene Selke: "An ein fit halten war bei den meisten nicht zu denken, weshalb uns diese Zeit schon deutlich zurückgeworfen hat. Der zunächst wichtigste Punkt war natürlich, dass erst einmal alle wieder gesund werden mussten."

Inzwischen wurde immerhin ein Teil der Mannschaft aus der Quarantäne entlassen, bislang bleibt es also bei der einen Terminänderung. Doch die nächsten schlechten Corona-Nachrichten aus der Liga dürften nur eine Frage der Zeit sein - das weiß auch Bohmann. "Klar ist: Durch die neue Virus-Variante ist die Gefahr erheblich größer - und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Fall auch schnell gleich eine ganze Mannschaft in Quarantäne muss", sagte der HBL-Boss im Sport1-Interview.

Turnier als Alternative?

Sollte eines der noch fünf in Europa vertretenen HBL-Teams um Champions-League-Sieger THW Kiel von einer Isolation betroffen sein, würde die Situation gar noch komplizierter. Insgesamt sechs Spiele müssen noch neu angesetzt werden, manche Teams haben noch 17 (!) Spiele vor der Brust.

Die Liga-Spitze beschäftigt sich daher seit langem mit Alternativszenarien, falls sie die 38 Spieltage nicht planmäßig bis Ende Juni durchbringen kann. Ein Abschlussturnier wie vergangenes Jahr im Basketball ist dabei ein Thema, um den Spielplan gegen Ende zu verdichten. Die Organisation in so kurzer Zeit gestaltet sich aber schwierig, von den Gefahren ganz abgesehen.

"Wenn man ins Detail geht, dann ist die Austragung eines solchen Turniers mit enormen Risiken verbunden", sagte Bohmann. Angesichts des großen logistischen Aufwands gebe es nur "zwei, drei denkbare Standorte, das ginge nicht an einem Zweitliga-Standort, sondern eher in einer Metropole", erklärte der HBL-Chef weiter. Einen vorzeitigen Abbruch wie im Vorjahr fürchtet Bohmann nicht, da es "ja auch keine politische Weisung" gebe, "dass wir nicht mehr spielen dürften". Sollten nicht alle Spiele zu Ende gespielt werden können, müssten sportliche Entscheidungen über die Quotientenregel herbeigeführt werden.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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