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Zweiter Tageserfolg beim Giro Ackermann fliegt durch den Regen zum Sieg

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Pascal Ackermann darf wieder jubeln: "Es waren eigentlich zwei Sprints auf den letzten 250 Metern. Einmal musste ich rauskommen, zum Glück war dann Gaviria vorn. Das war für mich genau richtig."

(Foto: imago images / LaPresse)

Radprofi Pascal Ackermann ist beim Giro d'Italia in großer Form. Im strömenden Regen holt der deutsche Meister in Terracina schon seinen zweiten Tageserfolg bei der zweitwichtigsten Landesrundfahrt des Jahres. Ein Favorit muss das Rennen dagegen beenden.

Pascal Ackermann hüpfte seinem Anfahrer Rüdiger Selig in die Arme und führte im strömenden Regen von Terracina einen Jubeltanz auf. Selbst die unwirtlichen Bedingungen beim 102. Giro d'Italia machten dem Senkrechtstarter aus der Pfalz nichts aus. Mit einem perfekt lancierten Sprint ließ der 25-Jährige auch auf nasser Straße alle Konkurrenten hinter sich und feierte bei seiner Giro-Premiere schon den zweiten Etappensieg.

"Es ist unglaublich, ich bin einfach nur glücklich", sagte der deutsche Meister strahlend und gönnte sich später bei der Siegerehrung einen Schluck aus der übergroßen Sektflasche. Zu den schwierigen Wetterverhältnissen meinte er: "Nicht nur der Sprint war gefährlich, die gesamte Etappe war gefährlich. Die Sicht war extrem schlecht." Die Führung im Gesamtklassement verteidigte Top-Favorit Primoz Roglic (Jumbo-Visma) erfolgreich.

"Alles ist möglich"

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Ackermann setzte sich nach 140 km zwischen Frascati und Terracina vor Fernando Gaviria (Kolumbien/UAE Team Emirates) und Arnaud Demare (Frankreich/Groupama-FDJ) durch. Im violetten Trikot des Punktbesten der Italien-Rundfahrt bewies er sowohl Nervenstärke als auch das richtige Timing. "Es war verrückt heute, aber wir haben es wirklich nochmal geschafft", sagte Anfahrer Selig. Letzter Deutscher, der zwei Giro-Etappen bei einer Ausgabe gewonnen hat, war Marcel Kittel (2016). Bereits das zweite Teilstück der Italien-Rundfahrt hatte Ackermann am vergangenen Sonntag in eindrucksvoller Manier für sich entschieden.

Sein Giro-Debüt ist schon nach wenigen Tagen ein durchschlagender Erfolg. Vor der Etappe hatte der im südpfälzischen Kandel geborene Ackermann bereits Zuversicht verbreitet. Auch das Wetter konnte seine Laune nicht trüben. "Es ist ein Scheißwetter, aber ich denke, ich komme damit zurecht, ich bin ja ein bisschen dicker als andere Fahrer", sagte er schmunzelnd. Alles sei möglich, auch der nächste Sieg. Ackermann behielt recht.

Dumoulin muss aufgeben

Der niederländische Mitfavorit Tom Dumoulin war zu dem Zeitpunkt schon dabei, eine bittere Enttäuschung zu verarbeiten, denn am Mittwoch musste der 28-Jährige den Giro aufgrund der Folgen seines Sturzes vom Dienstag verlassen. Der Gewinner von 2017 aus der deutsch lizenzierten Mannschaft Sunweb gab noch vor dem offiziellen Start auf - prompt änderte das Team die Taktik. Statt Dumoulin zu beschützen, ging dessen belgischer Helfer Louis Vervaeke in die Offensive, letztlich aber erfolglos. Dumoulin war im Finale des vierten Teilstücks in den Straßengraben gestürzt und angeschlagen mit über vier Minuten Rückstand über die Ziellinie gerollt.

Im Anschluss klagte der Tour- und Giro-Zweite des Vorjahres vor allem über Kniebeschwerden, Brüche waren bei einer Untersuchung ausgeschlossen worden. Noch am Mittwochvormittag hatte er sich kämpferisch gezeigt. Dumoulin galt als einer der härtesten Widersacher von Roglic und hatte den Giro als ein großes Saisonziel ausgerufen.
Aus dem Rennen genommen wurde außerdem der Slowene Kristijan Koren, nachdem dessen Verwicklung in die Dopingaffäre um den Mediziner Mark S. bekannt geworden war. Die Hoffnung der Tifosi, der zweimalige Gesamtsieger Vincenzo Nibali, hat damit einen Helfer weniger zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de, Ruben Stark, sid

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