Sport

Historischer Davis-Cup-Triumph Als Becker Schwedens Tennis-Seele zerriss

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Ein außergewöhnliches Team.

(Foto: imago/Sven Simon)

Dieser Erfolg ist eine Sensation: Heute vor 32 Jahren gewinnen Deutschlands Tennisspieler zum ersten Mal den Davis Cup - gegen die favorisierten Schweden. Carl-Uwe Steeb sorgt für eine Sensation, Mann des Wochenendes ist aber natürlich der überragende Boris Becker.

Natürlich hat der Rote damals den alles entscheidenden Matchball verwandelt. Die Lichtgestalt Boris Becker und der Stoiker Eric Jelen machen am dritten Advents-Wochenende 1988 eine der vielen Sensationen jener wunderbaren Tennisjahre perfekt. Sie schlagen das schwedische Weltklassedoppel Anders Järryd und Stefan Edberg und besiegeln damit den ersten deutschen Davis-Cup-Sieg der Geschichte. Zwei weitere folgen, keiner so bedeutsam, so unfassbar wie der erste.

Carl-Uwe Steeb versetzt zum Auftakt eines Tennis-historischen Wochenendes 12.500 entsetzte Zuschauer im Scandinavium in eine kollektive Schockstarre - mit einem Sieg, der als das Wunder von Göteborg in die deutsche Sportgeschichte eingehen wird. Der 21 Jahre alte Linkshänder zwingt den als unschlagbar geltenden Weltranglistenersten Mats Wilander in fast fünf Stunden und fünf epischen Sätzen in die Knie.

Nach Steebs Sensationssieg holt der ikonische Held Boris Becker in drei schnellen humorlosen Sätzen gegen Edberg den zweiten Punkt. Gerade mal zwei Stunden nach Steebs Matchball gegen Wilander steht es 2:0 für Deutschland.

"Das Größte, was ich im Sport erlebt habe"

Am Tag danach dann also das Doppel. Matchball Deutschland. Jelens erster Aufschlag geht ins Aus. In der Box hört Patrik Kühnen auf zu atmen. Charly Steeb starrt reglos ins Nichts. Becker spricht noch kurz mit seinem Schläger. Jelen betrachtet fast andächtig den Ball in seiner linken Hand, dann trudelt sein zweiter Aufschlag behäbig über das Netz und tropft ins Feld. Edberg jagt den Return zurück. In Beckers Augen flackert ein eisblaues Feuer, sein rechter Arm wird zu Stahl. Der Rückhand-Volley reißt einen Krater in die rote Asche und in die schwedische Tennis-Seele.

Wiederum 24 Stunden später, am 18. Dezember 1988, stellen sich Becker, Jelen, Steeb, Kühnen und Teamchef Niki Pilic beim Endstand von 4:1 zum Siegerfoto auf. "Eine fantastische Erinnerung", sagt Steeb, "das Größte, was ich im Sport jemals erlebt habe." Es war eben alles möglich in jenen wunderbaren Jahren.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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