Sport

Erster Turniersieg vor 35 Jahren Als die 16-jährige Steffi Graf die Welt schockte

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1987 in Vancouver standen sich Steffi Graf und Chris Evert erneut gegenüber.

"Steffi ist doch sehr müde", klagt ihr Vater vor dem Finale in South Carolina: Am 13. April 1986 steht die 16-jährige Steffi Graf dort der 17-maligen Grand-Slam-Siegerin Chris Evert gegenüber. In sechs Duellen zuvor konnte sie keinen einzigen Satz gegen sie gewinnen. Doch dann gelingt der Durchbruch.

Bis zu diesem 13. April 1986 hatte die Tenniswelt schon viel gehört von dieser 16-jährigen Deutschen mit der krachenden Vorhand. Vier Jahre zuvor hatte Steffi Graf ihr Profidebüt gegeben, drei Jahre zuvor in Australien die Grand-Slam-Bühne betreten, zwei Jahre zuvor in Filderstadt ihr erstes Finale erreicht. Der erste Turniersieg des Mädchens aus Brühl war nur eine Frage der Zeit.

An diesem Sonntag in Hilton Head Island im US-Bundesstaat South Carolina glaubte aber nicht einmal Vater Peter Graf an seine Tochter: "Steffi ist doch sehr müde, ich glaube nicht, dass das heute was wird." Immerhin stand auf der anderen Seite des Netzes keine Geringere als Chris Evert-Lloyd, 17-malige Grand-Slam-Siegerin und bislang in sechs Duellen mit Graf noch ohne Satzverlust.

"Habe nicht gedacht, dass es so bald geschehen würde"

Doch Steffi, die eigentlich lieber Stefanie genannt werden wollte, pfiff auf die Vorhersagen und gab später zufrieden zu Protokoll: "Ich glaube, ich habe meine ganze Umgebung widerlegt." Mit 6:4, 7:5 bezwang sie die Weltranglistenzweite aus den USA, die 5500 Zuschauer im Harbour Town Raquet Club staunten nicht schlecht, und auch Evert-Lloyd, 15 Jahre älter als Graf, blieb etwas fassungslos zurück. "Ich wusste natürlich, dass sie mich einmal schlagen würde, aber ich habe nicht gedacht, dass es so bald geschehen würde", sagte sie. Graf blieb auch im Triumph bescheiden: "Ich weiß nicht, ob ich sie das nächste Mal schlagen kann. Sie wird härter zu besiegen sein. Aber heute war mein Tag." Selbst einen 0:4-Rückstand im zweiten Satz drehte die Deutsche. Es sollte ihr Durchbruch gewesen sein.

Sechs Duelle folgten, nur noch in einem sollte Graf einen Satz verlieren, stets schlug sie Evert, die nach der Scheidung vom britischen Tennisspieler John Lloyd ab 1987 nur noch ihren Mädchennamen trug. Graf setzte ihren Siegeszug nach dem Turnier in Hilton Head Island fort, gewann drei weitere Turniere, darunter auch die German Open in Berlin im Finale gegen die große Martina Navratilova.

Von nun an war Graf nicht mehr zu stoppen, auch wenn es noch fast ein Jahr bis zum ersten von insgesamt 22 Grand-Slam-Titeln dauerte, den sie bei den French Open in Paris im Endspiel gegen Navratilova holte. Bis 1999 triumphierte sie 107 Mal auf der Profitour und stand 377 Wochen an der Spitze der Weltrangliste.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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