Sport

"Wir sind nicht im Zirkus" Angriffe von Fans machen NBA-Stars wütend

2021-05-26T005203Z_605542841_MT1USATODAY16146695_RTRMADP_3_NBA-PLAYOFFS-BOSTON-CELTICS-AT-BROOKLYN-NETS.JPG

Wenn es doch beim Anfeuern bliebe.

(Foto: USA TODAY Sports)

Die Playoffs in der NBA sind für viele Basketball-Fans die beste Zeit des Jahres. Doch bei ihrer Rückkehr in die Hallen sorgen sie neben guter Stimmung auch für reichlich Ärger. Gleich mehrere Zuschauer attackieren die Profis mit Worten, aber auch mit Taten.

Kevin Durant hat es (noch) nicht erwischt. Anders als Kyrie Irving, Trae Young oder Russell Westbrook. Doch der Superstar der Brooklyn Nets hat die Nase von Fans, die sich bei NBA-Spielen reihenweise danebenbenehmen und Basketballprofis respektlos behandeln, gestrichen voll. "Wir sind keine Tiere. Wir sind nicht im Zirkus", sagte Durant, "das Spiel ist größer als ihr."

Mittlerweile vergeht kaum mehr ein Tag, an dem es keinen derartigen Vorfall gibt. Beim neuesten stürmte ein Zuschauer während des Spiels zwischen den Washington Wizards und den Philadelphia 76ers auf das Parkett, ein Sicherheitsmann brachte ihn zu Fall und dann aus dem Innenraum. Nun drohen Klagen.

Gleiches gilt für einen Fan der Boston Celtics, der Durants Teamkollegen Irving nach dem Sieg der Nets bei dessen früherem Klub auf dem Weg in die Katakomben mit einer Wasserflasche bewarf. Young (Atlanta Hawks) wurde im Madison Square Garden von einem Anhänger der New York Knicks bespuckt, Wizards-Superstar Westbrook in Philadelphia beim Gang Richtung Kabine mit Popcorn beworfen.

"Auf der Straße würde mir niemand Popcorn an den Kopf werfen, weil er wüsste, was passiert", sagte Westbrook, der von sechs (!) Personen mit Mühe davon abgehalten werden konnte, sich den Übeltäter direkt vorzuknöpfen. Man müsse damit angefangen, in den Hallen "die Spieler zu schützen", sagte der 32-Jährige: "Wir werden sehen, was die NBA macht." Zuletzt forderte die Liga in einem Statement mehr Respekt.

"Werdet verdammt nochmal erwachsen"

Jeder Zwischenfall war anders, das Muster aber ähnlich. Gästespieler wurden wie Freiwild behandelt, Grenzen überschritten. "Ich weiß, dass die Leute nach einem Jahr im Haus während einer Pandemie gestresst sind", sagte Durant und lieferte einen möglichen Ansatz auf der Suche nach Gründen für die Häufung der Aussetzer. In die Köpfe hineinschauen kann aber niemand.

Speziell war der Vorfall in Boston, denn Irving, dessen Abschied von den Celtics 2019 nicht geräuschlos verlaufen war, heizte die Atmosphäre zusätzlich an. Nachdem er im Spiel pausenlos ausgebuht worden war, trat der 29-Jährige in das Gesicht des Kobolds "Lucky" im auf dem Boden aufgemalten Celtics-Logo und drehte dabei seinen Fuß. "Niemand sagt etwas dazu, dass Kyrie auf Lucky getreten ist", kritisierte Kevin Garnett, Klublegende der Celtics, bei Instagram: "Das kannst du nicht machen. Das ist in keinster Weise cool. Wir müssen alle besser werden."

Die Provokation reicht nicht als Erklärung dafür, dass der Fan kurz darauf die Beherrschung verlor. Aber sie war überflüssig. Die Leute hätten "ihre Tickets bezahlt - großartig, ich bin dankbar, dass sie herkommen, um eine großartige Vorstellung zu sehen", sagte Irving später. "Aber wir sind nicht im Theater. Wir werfen keine Tomaten auf die Leute, die für die Show sorgen."

Durant appellierte direkt an die Besucher. "Eure Mütter wären nicht stolz darauf, dass ihr Wasserflaschen auf Basketballspieler werft oder auf Spieler spuckt oder Popcorn werft. Werdet verdammt nochmal erwachsen und genießt das Spiel."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.