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Fußball / Kokain-Prozess Anwälte stellen Befangenheitsantrag

Im Kokain-Prozess um Christoph Daum haben die Anwälte des Fußball-Lehrers am 13. Verhandlungstag einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Ullrich Christoffel gestellt. Daum-Verteidiger Dr. Ralph Mayer unterstellte dabei dem Gericht, die "Unfairniss der Staatsanwaltschaft" zu unterstützen, um gegen Daum zu schießen.

Daums Anwälte zogen damit die Konsequenz aus der Tatsache, dass das Gericht zuvor die von der Staatsanwaltschaft geforderte Bereitstellung eines Pflichtverteidigers weiterhin nicht abweisen wollte, und sprachen in diesem Zusammenhang von einem "Schmähantrag" und "Rufmord".

Obwohl der Vorwurf der versuchten Bestechung nach Untersuchungen der Generalstaatsanwaltschaft mittlerweile fallen gelassen wurde und stattdessen ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Erpressung gegen den Hauptbelastungszeugen aufgenommen werden soll, entsprach Christoffel nicht dem Antrag von Daums Anwälten, die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einem Pflichtverteidiger zurückzuweisen.

Unter diesen Umständen sei eine zukünftige Vernehmung des von Verteidiger Dr. Rolf Stankewitz als "Frontmann der Anklage" bezeichneten Belastungszeugen nicht möglich, argumentierten die Anwälte des "Fast-Bundestrainers". Eine vertretende Kammer wird nun innerhalb der nächsten zwei Wochen über den Befangenheitsantrag entscheiden.

Daum, dem der unerlaubte Erwerb von Kokain in 63 Fällen sowie die Anstifung zur Beschaffung von 100 Gramm der Droge zur Last gelegt wird, wollte zum Prozessverlauf keine Stellung nehmen.

Quelle: ntv.de

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