Sport

"Im ersten Anlauf gewinnen" Bach will Winterspiele 2018

DOSB-Präsident Thomas Bach setzt auf einen Sieg der Bewerbung von München für die Olympischen Winterspiele 2018 im ersten Anlauf. "Wir wollen antreten, um zu gewinnen und 2018 die Winterspiele auszurichten zu können", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Über die Vergabe entscheidet das IOC im Juli 2011. "München stellt eine gute Bewerbung dar. Das Konzept überzeugt durch Nachhaltigkeit, weil die meisten Sportstätten schon da sind", meinte Bach, der heute seinen 55. Geburtstag feiert.

Die bayerische Hauptstadt bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee. "Es knüpft an die olympische Tradition der Spiele von 1972 an, die bis zum Tag des schrecklichen Attentats der Palästinenser auf die Israelis mit ihrer fröhlichen Atmosphäre in guter Erinnerung geblieben sind."

"Spiele von Peking waren großes Ereignis"

Einen exponierten Platz in der olympischen Geschichte haben für ihn die Sommerspiele 2008 in China verdient. "Die Spiele von Peking waren ein großes Ereignis", urteilte Bach. Die Chinesen hätten eine "herausragende Gastfreundschaft" gezeigt und für die Athleten "brillante Bedingungen" geboten. "Gesellschaftspolitisch haben die Spiele zur Öffnung Chinas beigetragen und das Umweltbewusstsein im Land gestärkt", sagte Bach.

Zur Kritik am IOC im Umgang mit der Tibet-Frage oder der Diskussion um Meinungsfreiheit, meinte er: "Mit Olympischen Spielen kann man einen positiven Beitrag leisten, aber keine Lösungen für politische Probleme bieten, bei denen die Politik selbst nicht in der Lage war, sie zu bewältigen." Dass bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2016 die Kontroversen über die Peking-Spiele eine Rolle spielen und Städte in Ländern mit weniger Konfliktpotenzial einen Vorteil hätten, hält er für Mutmaßungen. "Ich kann nicht in die Köpfe der IOC-Mitglieder schauen. Das ist reine Spekulation", sagte er. Chicago, Rio de Janeiro, Madrid und Tokio sind die verbliebenen Kandidaten für die übernächsten Sommerspiele.

Rat an London: Es ganz anders machen

Nach den nahezu perfekt organisierten und präsentierten Peking- Spielen, empfiehlt er dem Olympia-Ausrichter London, 2012 einen ganz eigenen Weg zu gehen. "Mein Rat an London ist, es ganz anders zu machen. Es ist ein Teil der Faszination von Olympischen Spielen, dass jedes Land die eigene Auffassung von Kultur und Sport in die Organisation einbringt", sagte der frühere Weltklassefechter. "Die Spiele sollten keine Kopie einer vorherigen Ausgabe sein."

Unerwartet war für den DOSB-Präsidenten das Abschneiden der deutschen Olympia-Mannschaft in Peking, die 16 Goldmedaillen gewann und Platz fünf in der Medaillenwertung belegte. "Die Olympia- Mannschaft insgesamt war erfolgreich. Ich selbst hätte niemals an den fünften Platz geglaubt", bilanzierte Bach. Aus den Einbrüchen in Sportarten wie Leichtathletik oder Rudern seien Lehren gezogen worden. "Die Schwächen lagen bei einzelnen Verbänden, die selbstständig ihre Probleme aufgearbeitet haben. Und sie haben Konsequenzen gezogen, konzeptionelle, sachliche und personelle."

Die Ausrichtung der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im August 2009 in Berlin sei auch mit Blick auf die München-Bewerbung von großer Bedeutung. "Jeder im deutschen Sport ist daran interessiert, dass die WM ein Erfolg wird und Deutschland sich als sympathischer, freundlicher und organisatorisch glänzender Gastgeber darstellt", sagte Bach, der trotz des schwachen Olympia-Abschneidens auf ein starkes Auftreten der Topsportler des Deutschen Leichtathletik- Verbandes (DLV) baut: "Auch der DLV weiß um die Bedeutung der WM in sportlicher Hinsicht. Ich bin zuversichtlich, dass er kurzfristig Maßnahmen ergreift, um wieder erfolgreich zu sein."

Quelle: ntv.de, Von Andreas Schirmer, dpa

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