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Olympische Spiele Bach will deutsche Bewerbung

Der deutschen Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in München fehlt offenbar nur noch die offizielle Bestätigung. Nach ausführlichen Gesprächen mit deutschen Spitzenfunktionären betonte der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach, "möglichst bald" das bedeutendste Sportereignis nach Deutschland holen zu wollen.

"Wir wollen Olympische Spiele in Deutschland zum frühestmöglichen Zeitpunkt", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Rande der Hundert-Jahr-Feier des Internationalen Schießsport-Verbandes (ISSF) in München. "Eine Bewerbung muss erfolgsorientiert sein", forderte der 53-Jährige auch angesichts der "beträchtlichen Kosten". Die Chancen müssten genau abgewogen werden. München, Austragungsort der Sommerspiele 1972, gilt im Ringen der potenziellen Gastgeber als aussichtsreichster deutscher Kandidat.

Durch die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 an Sotschi ist die "Tür für Spiele in den Alpen ein Stück weiter offen", hatte Bach salomonisch in Guatemala-Stadt gesagt und damit den Ton vorgegeben. Am kommenden Dienstag will das DOSB-Präsidium in Frankfurt entscheiden, für welche Spiele sich Deutschland einsetzen will - intern scheint der Entschluss aber längst festzustehen.

Keine Kandidatur gegen Rio

Eine Kandidatur für die Spiele 2016 macht wenig Sinn, da London 2012 an der Reihe ist. Von einer "Testrunde 2016", wie sie Berlins Oberbürgermeister Klaus Wowereit in Erwägung zieht, hält Bach angesichts der Kostenexplosion nichts. Und 2020 käme wohl ebenfalls zu früh; vor allem, weil sich in Rio, Ausrichter der panamerikanischen Spiele, und Südafrika, Gastgeber der Fußball-WM 2010, neue Märkte und Entwicklungsmöglichkeiten für die olympische Bewegung auftun.

Trotz des Zuschlags für die russische Schwarzmeer-Stadt Sotschi 2014 könnte eine Bewerbung um Winterspiele Erfolg viel versprechender sein als um Sommerspiele. "Sotschi wird nicht unbedingt Europa zugeordnet. Und im Winter stehen ohnehin nur drei Teilkontinente zur Verfügung: Nordamerika, Asien und Teile Europas. Das ist eine andere Ausgangslage als im Sommer", bemerkte Bach.

Rückendeckung von Rogge

Ermunterung für eine deutsche Kampagne erhielt Bach in München ausgerechnet von seinem Boss im Internationalen Olympischen Komitee (IOC). "Ich denke, jede deutsche Bewerbung wäre eine starke. Das DOSB muss entscheiden, aber das IOC würde eine starke deutsche Bewerbung immer begrüßen", erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge bei seiner Stippvisite in der bayerischen Landeshauptstadt.

Rogge hat Bach beauftragt, den Kostengigantismus beim Dreikampf zwischen Sotschi, dem südkoreanischen Pyeongchang und Salzburg um die Ausrichtung der Winterspiele 2014 eingehend zu prüfen. Dieses Wissen dürfte den deutschen Bemühungen zusätzlich helfen. Bis zum 13. September muss der DOSB erste Unterlagen beim IOC einreichen.

Bewerbung kostet Dutzende Millionen

Die immensen Ausgaben interessierter Städte ist nicht nur Bach ein Dorn im Auge. Sotschi hatte ein Bewerbungsbudget von 60 Millionen US-Dollar. Pyeongchang ließ sich das Staatsprojekt Olympia immerhin 40 Millionen US-Dollar kosten. Salzburg, das sich bei der Abstimmung in Guatemala ehrenvoll in der ersten Runde verabschieden musste, soll einen Etat von 15 Millionen US-Dollar gehabt haben. "Man darf sich bei allem Wollen nicht zu Illusionen hinreißen lassen", sagte Bach: "Die Konkurrenz ist so hart wie bei keinem anderen Großereignis."

Quelle: ntv.de