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Revanchegelüste gegen Katar "Bad Boys" wollen WM-Rechnung begleichen

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"Keine Blackouts": Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson warnt sein Team vor Katar.

(Foto: imago/Camera 4)

Europameister Deutschland gegen Vize-Weltmeister Katar - im Achtelfinale der Handball-WM kommt es nominell zu einem Kracher. Das DHB-Team geht nach der Gala gegen Kroatien als klarer Favorit ins Duell, ist nach dem WM-K.o. 2015 aber gewarnt.

Nach zwei Jahren kommt es für die deutschen Handballer ab 18 Uhr (im n-tv.de Liveticker) zur WM-Revanche gegen Vize-Weltmeister Katar. Teammanager Oliver Roggisch rechnet daher mit einer hochmotivierten Mannschaft, die DHB-Auswahl ist im Achtelfinale in Paris klarer Favorit. Dennoch warnt Bundestrainer Dagur Sigurdsson vor dem Gegner. "Wir dürfen keine Blackouts haben", sagt er. Vor allem der Coach der Kataris ist immer für eine taktische Überraschung gut.

Revanche: "Die Jungs wissen, was vor einer Weile war in Katar, da muss ich sie auch nicht heiß machen und auch nicht vorbereiten", sagt Roggisch angesprochen auf die erhoffte Revanche. Denn im WM-Viertelfinale 2015 hatte die DHB-Auswahl knapp gegen den Gastgeber verloren (24:26). Auch die schwachen Schiedsrichter hatten damals angesichts zahlreicher Fehlentscheidungen ihren Anteil am Ausgang der Partie. Dennoch: "Wir haben unsere Erfahrungen mit Katar gemacht. Aber so, wie wir momentan spielen, wird es schwer, uns zu schlagen", sagt Kreisläufer Patrick Wiencek. Schon vor wenigen Monaten bei den Olympischen Spielen wurde das deutlich. Im Viertelfinale von Rio hatte Sigurdssons Team mit 34:22 gewonnen.

Der Star: Rafael Capote ist der wohl stärkste Spieler Katars. Der gebürtige Kubaner zählt zu den Akteuren, die vor der Heim-WM 2015 eingebürgert worden waren. Bei eben jenem Turnier sicherte sich der Rechtshänder nicht nur die Silbermedaille mit seinem Team, sondern wurde auch zum besten linken Rückraumspieler der WM gewählt. "In einem Spiel kann alles passieren", sagt der 29-Jährige.

Top-Trainer: Valero Rivera ist angesichts seiner vielen Titel einer der erfolgreichsten Handball-Trainer der Welt. Während seiner über 20 Jahre als Coach des FC Barcelona gewann er von 1983 bis 2005 unter anderem sechsmal die Champions League sowie etliche nationale Titel. 2013 übernahm er das Nationalteam Katars, mit dem er ein Jahr vor dem Vize-WM-Titel die Asien-Meisterschaft gewann. Nach der Heim-WM ist der steile Aufwärtstrend der Kataris aber ins Stocken geraten.

Selbstvertrauen: Trotz der anerkannten taktischen Fähigkeiten des Spaniers geht die DHB-Auswahl mit Selbstvertrauen in die Partie. "Wir sind klarer Favorit", sagt Hendrik Pekeler. Vor allem der deutliche 28:21-Erfolg gegen Kroatien hat den Bad Boys einen zusätzlichen Schub gegeben. Es war der erste Sieg gegen die Kroaten bei einer WM überhaupt.

Extra-Motivation: Deutschlands Handballer erhalten im Falle des Titelgewinns bei der Weltmeisterschaft in Frankreich eine Mannschaftsprämie von 250.000 Euro. Das bestätigte DHB-Vizepräsident Bob Hanning dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Für den zweiten Platz gibt es 200.000 Euro, Bronze würde mit 150.000 Euro honoriert.  Rang vier brächte den Bad Boys noch 100.000 Euro ein, für den Einzug ins Viertelfinale sind vom Deutschen Handballbund (DHB) 50.000 Euro ausgelobt worden. "Der Mannschaftsrat entscheidet über den Verteilungsschlüssel. Die Prämien werden nur an die teilnehmenden WM-Spieler ausgezahlt", sagte Hanning. Betreuer und Trainer erhalten eine Extra-Prämie.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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