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Böhmert: "DFB ist tot" Bremen schlechter Verlierer

Bremen ist sauer: Die Hansestadt sieht sich bei der Vergabe der Austragungsorte für die WM 2006 gegenüber der ‚Kanzlerstadt’ Hannover zu Unrecht benachteiligt. Nach der gut 75-minütigen Verkündungs-Zeremonie sorgte Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Franz Böhmert dann auch für einen Eklat.

„Das ist für mich die größte Schweinerei. Für mich ist der DFB ab sofort tot. Wir wurden hier als Staffage her geschickt. Hier hat der Kanzler entschieden“, echauffierte sich Böhmert, der jahrelang eine führende Rolle im Deutschen Fußball-Bund (DFB) gespielt hatte, über den Vorzug von Hannover.

Auch die Vertreter Düsseldorfs und Mönchengladbachs äußerten sich tief enttäuscht.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder erklärte, dass ihn die Absagen an die erfolglosen Kandidaten-Städte ebenso schmerzten, wie deren Vertreter.

Eröffnung in München / Endspiel in Berlin

Berlin, Nürnberg, Hamburg, Leipzig, Köln, Stuttgart, Dortmund, Gelsenkirchen, München, Hannover, Kaiserslautern und Frankfurt werden die Orte sein, die durch die Ausrichtung einer der größten Sportveranstaltungen der Welt auf eine internationale Besucherschar hoffen können.

Insgesamt wurden und werden knapp 1,7 Mrd. Euro in den Um- und Neubau der Arenen investiert.

Alle 15 Kandidaten hatten absolut WM-taugliche Stadien präsentiert, so dass die Entscheidung, drei Bewerber auszusortieren, sehr schwer fiel.

„Ich muss den Deutschen gratulieren. Sie haben eine Infrastruktur geschaffen, die es uns erlaubt, 2006 die vielleicht größte WM durchzuführen", lobte Fifa-Präsident Joseph Blatter.

Die Enttäuschung bei den drei Verlierern war dennoch groß. So warf Bremen dem DFB vor, sein Versprechen gebrochen zu haben. Die Hansestadt beruft sich auf eine Aussage von DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun vor drei Jahren anlässlich der 100-Jahr-Feier von Werder Bremen, dass das Weserstadion WM-Arena werde.

Ausschlaggebend war letztendlich die regionale Gewichtung. So verfügt der Norden und Osten über vier (Berlin, Hamburg, Hannover und Leipzig), der Westen über drei (Dortmund, Gelsenkirchen und Köln), der Südwesten und Süden über fünf Standorte (Frankfurt/Main, Kaiserslautern, München, Nürnberg und Stuttgart).

Als sicher gilt, dass das Eröffnungsspiel in München stattfinden wird. Das Finale findet am 9. Juli 2006 vor 76.000 Zuschauern im umgebauten Berliner Olympiastadion statt.

Quelle: n-tv.de