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DHB-Team startet in EMBundestrainer streicht Europameister aus Kader

15.01.2026, 19:30 Uhr
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Bundestrainer Alfred Gislason muss für jedes Spiel der Handball-Europameisterschaft eine schwere Entscheidung treffen: Zwei Spieler müssen jeweils aus dem Kader gestrichen werden. Neben einem Verletzten trifft es zum Auftakt wohl Europameister Rune Dahmke.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft wird am Abend (20.30 Uhr/ARD und im Liveticker auf ntv.de) ohne Rune Dahmke in die Europameisterschaft starten. Neben dem verletzten Spielmacher Nils Lichtlein (Bluterguss im Fuß) wird Bundestrainer Alfred Gislason für das Auftaktspiel auch auf den Linksaußen des THW Kiel verzichten. Der deutsche Tross war mit 18 Spielern zum Spielort Herning aufgebrochen, pro Spiel dürfen allerdings nur 16 Profis auf dem Spielberichtsbogen stehen. Gislason kann seinen Kader für jedes Spiel neu zusammenstellen, auf wen er setzt, muss er eine Stunde vor dem Anwurf jeder Begegnung beim "Technical Meeting" der Mannschaftsverantwortlichen angeben.

Gislason freut sich über sein Luxusproblem: "Wir sind breiter aufgestellt. Im Angriff, aber vor allem in der Abwehr. "Wir können die Belastungen auf viele Schultern verteilen." Weitere denkbare Streichkandidaten für das Auftaktspiel waren die Turnier-Debütanten Matthes Langhoff (Füchse Berlin) oder Mathis Häseler (VfL Gummersbach).

Linksaußen Dahmke ist neben Kreisläufer Jannik Kohlbacher und Weltklasse-Torwart Andreas Wolff einer von noch drei Sensations-Europameistern von 2016 im Kader. Bei den beiden finalen Testspielen gegen Vize-Weltmeister Kroatien in der vergangenen Woche hatte Dahmke als einziger Spieler im Kader keine Sekunde gespielt - weil er wegen fehlender Einlagen muskuläre Probleme bekam. Die Einlagen hingen wegen des Schneechaos am Flughafen in Amsterdam fest und erreichten Dahmke nicht mehr rechtzeitig. Bei der Abschlusseinheit in der Jyse Bank Boxen am Mittwoch hatte der 32-Jährige zunächst nur individuell trainiert. Damit muss der Magdeburger Lukas Mertens die linke Außenposition über die komplette Distanz im Alleingang bespielen.

Kontroverse um Nominierung

Um die Nominierung Dahmkes für den EM-Kader hatte es eine Kontroverse zwischen Bundestrainer Gislason und Italiens Nationaltrainer Bob Hanning gegeben. Hanning, im Alltag Geschäftsführer des deutschen Meisters Füchse Berlin, hätte lieber "seinen" Linksaußen Tim Freihöfer im deutschen Kader gesehen. "Hier ist alles außer Kraft gesetzt worden, was Fairness und Inhalt angeht", hatte Hanning nach Bekanntgabe des Kaders mit Blick auf die Leistungsdaten der beiden Spieler gewütet. Dahmke warf in der laufenden Saison in 18 Spielen überhaupt nur 27 Mal aufs Tor, erzielte dabei 19 Treffer. U21-Weltmeister Freihöfer wiederum steht bei 64 Treffern (darunter 29 Siebenmeter).

Gislason konterte Hannings Kritik scharf: "Jeder sieht seinen Verein aus eigener Perspektive. Es ist aber schon ungewöhnlich, dass ein anderer Nationaltrainer unsere Entscheidungen öffentlich kritisiert", sagte der Isländer der "Bild am Sonntag". Seine Entscheidung zu Gunsten von Routinier Dahmke verteidigte er so: "Ich habe diesmal sehr viel Wert auf die Abwehr gelegt. Und Dahmke ist von allen Linksaußen wahrscheinlich der beste Abwehrspieler und hat auch ziemlich viel Erfahrung", begründete der Isländer. "Ich war schon ein bisschen überrascht", gestand Dahmke selbst bei Dyn. "Aber natürlich habe ich mich trotzdem gefreut."

Quelle: ntv.de, ter

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