Sport

Nur elf Athleten ausgeschlossen Cas hebt Olympiasperren für Russen auf

Der Internationale Sportgerichtshof Cas hebt die lebenslangen Sperren gegen 28 russische Wintersportler auf. Elf weitere Athleten bleiben von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ausgeschlossen, ihre lebenslangen Sperren seien aber ungültig.

Im Kampf gegen den russischen Staatsdopingskandal hat das Internationale Olympische Komitee vor dem Internationalen Sportgerichtshof eine schwere Niederlage erlitten. Der Cas hob die von der Disziplinarkommission des IOC verhängten lebenslangen Olympiasperren gegen 28 russische Sportler auf, weil es keine individuellen Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln feststellen konnte. Auch die Erfolge der Athleten bei den Winterspielen 2014 in Sotschi sind wieder gültig. Elf weitere Sportler bleiben von den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang vom 9. bis zum 25. Februar ausgeschlossen, ihre lebenslangen Sperren für Olympia sind laut Cas aber ebenfalls nicht rechtens.

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Sperre aufgehoben: Ski-Langläufer Alexander Legkow, der 2014 in Sotschi die Goldmedaille gewann.

(Foto: imago/Bildbyran)

Das IOC hatte insgesamt 43 russische Wintersportler von künftigen Olympischen Spielen ausgeschlossen, weil sie bei den Heim-Spielen in Sotschi 2014 von organisierten Manipulationen profitiert haben sollen. 42 der Sportler hatten vor dem Cas Einspruch eingelegt. Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow, Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow und Rodler Albert Demtschenko gehören zu den Athleten, deren Sperren der Cas nun aufgehoben hat. Der deutsche Rodler Andi Langenhan bleibt daher Vierter der Spiele von Sotschi und erhält nicht nachträglich Bronze. Bob-Olympiasieger Alexander Subkow zählt hingegen zu den Athleten, die für Pyeongchang gesperrt bleiben.

Wie reagiert das IOC?

Das IOC hatte zuletzt angedeutet, dass es auch im Falle eines Freispruchs durch den Cas diese Sportler nicht für die Spiele in Südkorea zulassen wird. Das NOK Russlands war nach der IOC-Entscheidung Anfang Dezember für die Winterspiele gesperrt worden. Allerdings dürfen russische Sportler unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten. Sie werden als "Olympischer Athlet aus Russland" (OAR) geführt. Nach eingehender Prüfung hat das IOC 169 russischen Athleten erlaubt, in Südkorea anzutreten.

In den zurückliegenden Tagen waren 39 Russen vom Sportgerichtshof angehört worden, via Videoschalte ebenso Kronzeuge Grigori Rodtschenkow - früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau - und der Wada-Chefermittler Richard McLaren. Über drei russische Biathletinnen wird der Cas mutmaßlich erst nach den Spielen in Südkorea entscheiden. Alle drei haben ihre Laufbahn beendet. Grundlage der IOC-Beschlüsse in der Causa Russland waren die Aussagen von Rodtschenkow und die Berichte von McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada.

Rodtschenkow hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt. McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Die vom IOC eingesetzte Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald sah die Beweislast gegen die Russen nach weiteren "forensischen und analytischen Doping-Untersuchungen" als erdrückend an. Der Cas folgte dem aber offenbar nicht.

Quelle: ntv.de, sgi/sid/dpa

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