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Handball-WM der Frauen DHB-Team im Halbfinale

Deutschlands Handballerinnen haben erstmals nach zehn Jahren wieder das Halbfinale einer Weltmeisterschaft erreicht und dürfen weiter von der ersten Medaille seit 1997 träumen. Das Team von Bundestrainer Armin Emrich besiegte im Viertelfinale in Paris Afrikameister Angola nach einer Zitterpartie mit 36:33 (18:14). Durch den Sprung in die Runde der letzten Vier erspielte sich der EM-Vierte von 2006 zudem das Heimrecht für eines der drei Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele 2008 in Peking im März nächsten Jahres.

Vor rund 1.000 Zuschauern im Palais Omnisports besiegelten Grit Jurack (11/1 Tore/Viborg HK), Stefanie Melbeck (6/KIF KOlding) und Welthandballerin Nadine Krause (6/1/FC Kopenhagen) den sechsten Sieg im achten Turnierspiel binnen zwölf Tagen. Der Jubel kannte nach dem Sprung unter die letzten Vier keine Grenzen. Bereits vor der Partie hatte Welthandballerin Nadine Krause betont, dass "diese Mannschaft reif ist für eine Medaille". Zuletzt hatte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), die 1993 Weltmeister geworden war, bei der Heim-WM 1997 Bronze geholt.

Zwei Tage nach der abschließenden Hauptrundenpleite gegen Rumänien (24:32) startete die deutsche Mannschaft im Viertelfinale hochkonzentriert und setzte das taktische Konzept von Emrich zunächst perfekt um. Im Angriff traf Linkshänderin Jurack fast nach Belieben und steuerte zur raschen 6:1 (8.)-Führung allein vier Tore bei.

Die Trefferquote der Emrich-Formation lag Mitte der ersten Halbzeit bei exzellenten 90 Prozent. Zudem kaufte der Favorit dem wurfgewaltigen Rückraum Angolas mit einer offensiven und aggressiven Deckungsvariante den Schneid ab. Allerdings versäumte es der WM-Sechste von 2005, seine Führung stetig auszubauen.

Angola, das in der Hauptrunde überraschend Gastgeber Frankreich (29:27) besiegt hatte und erstmals in ein WM-Viertelfinale einzog, hielt den Rückstand konstant bei fünf Treffern. Nicht zuletzt, weil die deutsche Defensive vor allen Dingen die Aufbauspielerinnen Marcelina Kiala (13) und Ilda Bengue (8) nicht in den Griff bekam. Keeperin Sabine Englert (Hypo Niederösterreich) ließ sich in der 25. Minute entnervt gegen Clara Woltering (Bayer Leverkusen) austauschen.

Auch nach dem Wechsel zeigte die deutsche Equipe Nerven und leistete sich haarsträubende Fehler wie zwei vergebene Siebenmeter, so dass Angola auf 21:23 (42.) verkürzen konnte. Erschwerend kam hinzu, dass Krause erneut nicht gänzlich überzeugen konnte. Doch angeführt von einer immer stärker werdenden Torhüterin Woltering und Jurack, die ihre Führung in der WM-Torschützenliste eindrucksvoll ausbaute, zogen die Deutschen binnen sechs Minuten auf 30:24 (48.) davon. Sie mussten aber bis zum Ende zittern, da die Afrikanerinnen noch einmal auf 33:35 (59.) herankamen.

Die DHB-Auswahl hatte sich akribisch auf die "große Unbekannte" Angola vorbereitet. Bereits wenige Stunden nach der Schlappe gegen Rumänien und einer ausgiebigen Joggingrunde durch Dijon hatte Emrich mit dem ausgiebigen Videostudium begonnen. Auch auf der Fahrt im TGV nach Paris waren die Gedanken an den Gegner Angola allgegenwärtig.

Am Morgen hatte Emrich zudem noch eine personelle Veränderung vorgenommen. Der Pädagoge berief Rechtsaußen Ulrike Stange vom Bundesligisten HC Leipzig und strich Maike Brückmann (TSG Ketsch) wegen einer Rückenverletzung aus dem 15-köpfigen Kader. In den beiden noch austtehenden Begegnungen kann Emrich sein Aufgebot noch um eine Spielerin aufstocken.

Von Alexandra Fischer, sid

Quelle: n-tv.de