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Verletzung schockt Ukraine DHB-Team mit WM-Torgala

Die deutschen Handball-Frauen haben sich bei der Weltmeisterschaft in Frankreich mit einer Torgala auf das Gruppenfinale gegen Südkorea eingestimmt. Gegen Außenseiter Paraguay feierte die DHB-Auswahl einen Tag nach dem 26:21-Auftakterfolg gegen die Ukraine in Nantes ein 45:12 (25:6)-Schützenfest und damit den höchsten Sieg ihrer WM-Geschichte.

Vor der Torgala gegen die harmlosen und überforderten Südamerikanerinnen hatte die DHB-Auswahl beim 40:24 gegen die Elfenbeinküste vor zwei Jahren die meisten Treffer in einem WM-Spiel erzielt. Die zuvor größte Tordifferenz resultierte aus dem 34:9-Sieg gegen Argentinien bei der WM 1999.

Am Dienstag spielt Deutschland nun gegen den Olympia-Zweiten Südkorea um den Sieg in der Vorrundengruppe F. Beste Werferinnen im DHB-Team waren Maike Brückmann, Nora Reiche und Mandy Herring mit je sechs Treffern.

Ukrainerin Sakada schwer verletzt

Während die Deutschen ein wahres Schützenfest bejubeln durften, musste die Ukraine einen schweren Schock verdauen: Bei der Auftaktniederlage gegen Deutschland zog sich die Spielerin Oxana Sakada drei Brüche an der Lendenwirbelsäule zu. Dies bestätigte der ukrainische Teamarzt Stanislaw Prokopowitsch.

Zwischenzeitlich hatte man sogar befürchtet, dass Sakada querschnittsgelähmt bleiben könnte. Laut Prokopowitsch kann man derzeit noch keine endgültige Diagnose über mögliche Folgeschäden stellen.

Sakada, die derzeit in einer Klinik in Nantes behandelt wird, soll so schnell wie möglich in die Ukraine zurückgeflogen werden, um dort eine endgültige Diagnose stellen zu können. Es wird aber befürchtet, dass die 31-Jährige nie mehr Handball spielen kann.

Die Verletzung hatte sich die Rückraumspielerin in der 52. Minute beim Spielstand von 22:19 für Deutschland bei einem Zweikampf mit den deutschen Spielerinnen Grit Jurack und Stefanie Melbeck zugezogen. Die Ukrainerin war dabei unglücklich auf den Rücken gefallen und anschließend sofort ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Tragisch, aber kein Foul

Am Morgen hatte die ukrainische Teamleitung eine Analyse der Fernsehbilder beim Handball-Weltverband IHF gefordert. Dort wurden mehrfach TV-Bilder ausgewertet. "Wir gehen nicht von einer Bestrafung aus, da es sich nicht um ein Foul handelte", sagte der deutsche Delegationsleiter Reiner Witte.

Auch der ukrainische Teamarzt, der sich die TV-Bilder an einem Übertragungswagen des ZDF angesehen hatte, sprach von "einer tragischen Situation", aber keinem Foul. Einer IHF-Sprecherin zu Folge wird es keine Bestrafung für das deutsche Team oder eine Spielerin geben.

Olympia-Status nicht gefährdet

Unterdessen kündigte der Handball-Weltverband an, über ein mögliches Wiederholungsspiel in der asiatischen Olympia-Qualifikation bei seiner Ratssitzung am 17./18. Dezember zu entscheiden. Die IHF teilte mit, dass die Fernsehaufzeichnungen des fraglichen Entscheidungsspiels zwischen Kuwait und Südkorea (28:20), bei dem es zu zahlreichen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen durch die kurzfristig angesetzten Jordanier Alshobali/Hirzallach gekommen war, derzeit näher untersucht werden.

In diesem Zusammenhang widersprach der Verband auch Meldungen, wonach ein Ausschluss der Sportart Handball von Olympia wegen der Vorkommnisse vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) diskutiert werde.

"Alle bisherigen Berichte, die andeutungsweise oder explizit über einen Ausschluss des Handballs von den Olympischen Spielen reden, sind Falschmeldungen. Auch das IOC wartet genauso die Stellungnahme der IHF ab", hieß es in einer Mitteilung.

Quelle: n-tv.de