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"Nicht mehr so an mich geglaubt" Dahlmeier überwindet ihre Selbstzweifel

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Nach ihrem Comeback in Ruhpolding war Laura Dahlmeier richtig platt.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

Anstrengendes Comeback und gleich wieder beste Deutsche: Laura Dahlmeier kehrt in den Biathlon-Weltcup zurück - und das durchaus erfolgreich. Der Weg dorthin war indes nicht nur von körperlichen Anstrengungen begleitet, auch mental hat die Doppelolympiasiegerin hart gelitten.

Beim Blick zurück auf eine "sehr schwierige Phase" wurde Laura Dahlmeier nachdenklich. "Wenn du im Krankenhaus liegst und nicht weißt, was richtig los ist, da habe ich mir zwischenzeitlich schon die Frage gestellt, ob ich wieder in den Biathlonsport zurückkehren kann und wieder hundertprozentig gesund werde. Kann ich mein Leben leben, wie ich möchte?", sagte die Doppel-Olympiasiegerin und gab nach ihrem erneuten Comeback in Ruhpolding erstmals tiefe Einblicke in ihr Seelenleben. Ihr Fernziel seien zwar immer die Rennen beim Heimweltcup im Januar gewesen, aber, so fügte die 25-Jährige an, "zwischenzeitlich ist es mir extrem schwer gefallen. Ich habe selbst nicht mehr so an mich geglaubt."

Doch die dunklen Gedanken und die Selbstzweifel sind nach ihrer krankheitsbedingten Pause wegen eines geschwächten Immunsystems längst wieder verflogen. Seit November sei dies "schon wieder der Fall. Da habe ich entdeckt, dass ich am Biathlon total viel Freude habe. Dass es genau das ist, was ich super gerne mache", betonte Dahlmeier. In Nove Mesto im Dezember war die siebenmalige Weltmeisterin mit Platz zwei im Sprint und Rang fünf in der Verfolgung spektakulär zurückgekehrt. Das habe ihr "brutal viel Aufwind gegeben. Jetzt gilt es, dieses eine gute Ergebnis zu stabilisieren und einfach zu zeigen, dass es keine Eintagsfliege war. Es ist anstrengend und kein einfacher Weg, aber ich bin total motiviert und glaube, dass es funktioniert."

"Es war zäh, man merkt das Laktat in den Beinen"

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Beim Sprint in Ruhpolding am Donnerstag hatte es nur im Schießen funktioniert. Läuferisch zeigte sich Dahlmeier noch nicht ganz auf der Höhe und musste sich mit Rang neun zufrieden geben. Den freien Freitag nutzte sie deshalb zur ausgiebigen Regeneration. "Ich bin schon ein bisschen platt. Ich habe mehr kämpfen müssen als normal. Es war zäh, man merkt das Laktat in den Beinen", sagte sie. Am Samstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) ist nun der Start in der Staffel geplant, am Sonntag (14.40 Uhr) steht das Massenstartrennen an. "Schritt für Schritt" soll es nach vorne gehen mit dem Fernziel WM im März im schwedischen Östersund. Da will die Vorzeigeläuferin des Deutschen Skiverbandes wieder in Topform sein.

Deshalb lässt sich Dahlmeier offen, ob sie nach dem Weltcup in Antholz vom 24. bis 27. Januar bei den Überseerennen im Februar in Canmore und Salt Lake City startet. "Schon bei den gesunden Athleten muss man überlegen, wie es ausschaut. Macht man den Block komplett - oder ist es zu viel Aufwand mit der Reiserei, dem Jetlag, der Höhe, dass man dann noch 100 Prozent hat bei der WM", sagte sie. Die WM sei vielmehr "das Wichtigste. Da muss man fit sein, da gilt es die nötigen Körner zu haben für den Höhepunkt. Das ist mir die letzten Jahre immer ganz gut gelungen", betonte Dahlmeier. Sie sei deshalb "optimistisch, dass es auch dieses Jahr klappt. Deshalb muss man schauen, wie ich das alles packe."

Die Trainer beobachten auf jeden Fall genau, dass Dahlmeier nicht überzieht. Disziplintrainer Florian Steirer hatte seine beste Läuferin erst in den vergangenen Tagen mit einem "Rennpferd" verglichen, "wie es kaum ein anderes gibt", sagte er dem Münchner Merkur: "Wenn niemand bei ihr ist und sie bremst, legt sie dieses Temperament meistens auch ins tägliche Training um. Das strapaziert den Körper natürlich sehr."

Quelle: n-tv.de, Thomas Niklaus, sid

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