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US Open kommen zu früh Das undenkbare Comeback des Andy Murray

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(Foto: USA TODAY Sports)

Er könne nicht mehr, hatte Andy Murray gesagt und das Ende seiner Karriere verkündet. Nun aber ist der Schotte wieder da und feiert seine nahezu unwahrscheinliche Wiederkehr im Einzel. Er verliert zwar, aber: Die Hüfte hält. Auf die Strapazen bei den US Open verzichtet er jedoch.

Andy Murray wollte diesen besonderen Augenblick festhalten. Mit seinem Handy filmte der Tennisprofi jene Sekunden, in denen er unter dem Jubel der Zuschauer zum ersten Mal seit den Australian Open in Melbourne zu Beginn des Jahres alleine den Platz betrat. Sieben Monate Quälerei, Unsicherheit und Geduldsprobe nach seiner Hüft-Operation hatten ein Ende. Nach dem ersten Herantasten im Doppel und Mixed machte der 32 Jahre alte Schotte in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio sein Comeback perfekt.

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"Ich wusste vorher ehrlich gesagt nicht genau, was ich erwarten sollte", sagte Murray. Gegen den Franzosen Richard Gasquet verlor der dreimalige Grand-Slam-Champion und zweimalige Olympiasieger mit 4:6 und 4:6. Das Ergebnis stand aber nicht im Vordergrund. "Es gab viele Dinge, die ich im Match gerne besser gemacht hätte. Aber man muss auch realistisch in den Erwartungen sein." Die wichtigste Erkenntnis: Die Hüfte hält. "Physisch war alles okay." Nur die Beine seien am Ende "etwas schwer" geworden, gab er zu. Dank einer Wildcard hatte sich Murray immerhin nicht durch die Mühlen der Qualifikation kämpfen müssen.

Das wäre für den ehemaligen Weltranglistenersten auch beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres möglich gewesen. Die Veranstalter der US Open in New York vom 26. August bis zum 8. September hatten ihm eine Wildcard angeboten, allerdings eine Entscheidung vor dem Spiel gegen Gasquet gefordert. Die Belastung möglicher Fünfsatz-Matches war Murray jedoch ein zu großes Risiko. "Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich die Entscheidung vor dem Match hätte treffen können."

Das Ende der Karriere schien besiegelt

Stattdessen visiert er, wie in Wimbledon, eine Teilnahme im Doppel und im Mixed an. Mit dem Spanier Feliciano Lopez hatte Murray das Rasenturnier im Londoner Queen's Club gewonnen. In Wimbledon bildete er ein viel beachtetes Duo mit der US-Amerikanerin Serena Williams. Gemeinsam erreichten sie das Achtelfinale. Wer in New York seine Partner sein werden, ist noch unklar. In den kommenden Wochen will Murray über weitere Einzelmatches wieder zu seiner Spielfitness zurückkehren, bereits am Turnier in Winston-Salem nächste Woche könnte er teilnehmen. Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

Dass Murray überhaupt wieder Teil der Tour ist, schien im Januar undenkbar. Bei den Australian Open verlor er unter Schmerzen und in fünf Sätzen sein Erstrundenmatch gegen den Spanier Roberto Bautista Agut, die Veranstalter widmeten ihm bereits eine emotionale Abschiedszeremonie samt Botschaften seiner Weggefährten. Auch Murray ging davon aus, nach seiner zweiten Operation an der maladen Hüfte seine glorreiche Karriere beenden zu müssen. Ein Irrtum, wie Sir Andy spätestens in Cincinnati bewies.

Quelle: n-tv.de, Chris Lugert, sid

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