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Sagans Tour-Stern sinkt rapide Der Rockstar hofft auf den letzten großen Auftritt

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Peter Sagan kämpft um Form und Anschluss.

(Foto: IMAGO/Pro Shots)

Der Ex-Bora-Fahrer Peter Sagan ist einer der erfolgreichsten Radprofis seiner Generation. Bei der diesjährigen Tour fährt er aber oft nur hinterher. Sein Teammanager Jean-Rene Bernaudeau setzt aber darauf, dass die besondere Qualität des Slowaken nochmal sticht.

Selfies hier, Autogramme da. Peter Sagan hat seine gute Laune noch nicht verloren. Sich Zeit zu nehmen für seine zahlreichen Fans, ist für den slowakischen Topfahrer immer noch Ehrensache - trotz der bislang enttäuschenden Tour de France. Denn den so großen Erfolgen vergangener Tage fährt der "Rockstar des Radsports" derzeit oft meilenweit hinterher. "Ich war in guter Position, alles war gut. Aber etwas hat gefehlt", sagte er im Anschluss an die dritte Etappe, bei der der ehemalige Abonnement-Gewinner des Grünen Trikots im Massensprint auf Platz vier gelandet war. Sagans Aussage, sie steht sinnbildlich für seinen bisherigen Tourverlauf.

Drei Tage nach besagter Sprintankunft galt der Paris-Roubaix-Sieger von 2018 auf der extrem anspruchsvollen Kopfsteinpflaster-Etappe nach Arenberg als Siegkandidat - und landete mit einem Rückstand von 11:42 Minuten auf Rang 147. Ähnlich enttäuschend geriet sein Auftritt bei der knackigen Zielankunft in Longwy, wo Sagan 2017 noch triumphiert hatte. Beim Erfolg von Tour-Dominator Tadej Pogacar musste er frühzeitig abreißen lassen und belegte Rang 74.

"Die gute Nachricht ist: Peter Sagan ist wirklich gut"

"Er ist immer noch der vielleicht beste Sprinter, wenn es kompliziert wird", sagt Teammanager Jean-Rene Bernaudeau über seinen Kapitän im Team TotalEnergies: "Die gute Nachricht ist: Peter Sagan ist wirklich gut." Die bisherigen Ergebnisse aber sprechen eine andere Sprache und dürften niemanden im französischen Team wirklich zufrieden stellen - besonders nicht Sagan selbst.

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Denn der exzentrische Slowake ist außergewöhnlich erfolgsverwöhnt: Siebenmal holte Sagan das Grüne Trikot des punktbesten Fahrers, gewann zwölf Etappen bei der Frankreich-Rundfahrt. Zwischen 2015 und 2017 schlüpfte er dreimal in Folge ins Regenbogen-Trikot des Straßenweltmeisters, hinzu kommen Erfolge bei wichtigen Frühjahrsklassikern. Laut der französischen L'Equipe war er im Jahr 2020 mit rund fünf Millionen Euro Jahresgehalt zudem der bestbezahlte Radprofi der Welt.

Beim deutschen Team Bora-hansgrohe, das dieses fürstliche Gehalt damals an Sagan überwiesen haben soll, hat man die diesjährigen Leistungen des 32-Jährigen natürlich zur Kenntnis genommen. "Ihm fehlt Selbstvertrauen. Die Siege kommen nicht mehr am laufenden Band", sagte Teammanager Ralph Denk der ARD. Sagans Alter und 13 lange Jahre im Profigeschäft spielten dabei auch eine Rolle, so Denk: "Da schwindet dann auch die körperliche und mentale Energie". Fünf Jahre war Sagan für den Rennstall aus Raubling in Oberbayern gefahren, ehe sich die Wege Anfang dieses Jahres trennten. So wie es derzeit aussieht, aus Bora-Sicht zum richtigen Zeitpunkt.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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