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Kein Meister wegen Coronavirus Deutsche Eishockey-Liga sagt Playoffs ab

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Die Deutsche Eishockey-Liga beendet ihre Saison vor der Meisterrunde.

(Foto: imago images/osnapix)

Die Deutsche Eishockey-Liga bleibt 2020 erstmals in ihrer Geschichte ohne Meister. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus streicht die höchste deutsche Spielklasse ihre Meisterrunde ersatzlos. Eigentlich hätten die Playoffs am Mittwoch beginnen sollen.

Die Corona-Krise hat die Deutsche Eishockey Liga (DEL) zur Absage der Playoffs um die 100. deutsche Meisterschaft gezwungen. Das gab die DEL bekannt. Es ist ein Novum in der 26-jährigen Geschichte der Liga. Es gibt keinen deutschen Meister 2020. Als Hauptrundensieger vertritt Red Bull München die DEL zusammen mit Adler Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin in der Champions League.

"Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Klubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Zum Auftakt hätten die Nürnberg Ice Tigers gegen die Grizzlys Wolfsburg und der ERC Ingolstadt gegen die Augsburger Panther ab Mittwoch um die letzten beiden Viertelfinalplätze gespielt. Vizemeister München, Meister und Rekordtitelträger Mannheim, Straubing, Berlin, die Düsseldorfer EG und die Fischtown Pinguins Bremerhaven hatten sich direkt für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Normalerweise folgen darauf die Viertelfinal-, Halbfinal- und Finalserien. Jeweils im Modus "Best of Seven" wird eigentlich der Sieger und am Ende auch der Meister gekürt.

"Konsequent und vernünftig"

Hauptrundensieger München begrüßte die Entscheidung: "Gesundheit und Sicherheit stehen vor sportlichen oder wirtschaftlichen Interessen." Die Absage der Playoffs sei "konsequent und vernünftig", der Titel 2020 werde "korrekterweise" nicht vergeben. "Die Playoffs sind der Grund, warum wir Eishockey spielen", sagte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee: "Es ist sehr bitter, eine Saison ohne Playoffs beenden zu müssen. Wir wissen aber um unsere gesamtgesellschaftliche Verantwortung."

In der über den Twitter-Kanal der Liga verbreiteten Mitteilung heißt es, die DEL "folgt damit auch den offiziellen Empfehlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn". Deshalb müsse die Meisterrunde ersatzlos abgesagt werden. "Grund dafür sind die Verbote diverser Bundesländer, Großveranstaltungen wie Spiele der DEL mit mehr als 1000 Zuschauern stattfinden zu lassen", schreibt die Liga. Die DEL entschied sich damit gegen Geisterspiele. Die finanziellen Folgen wären bei Playoffs ohne Fans noch größer gewesen. Die Klubs hätten nur Kosten, aber keine Einnahmen gehabt. Bruttoeinnahmen von 60.000 bis über 200.000 Euro fallen pro Spiel allein durch den Ticketverkauf weg.

Die zweithöchste deutsche Spielklasse, die DEL2, beendet ebenfalls ihre Saison nach der Hauptrunde. Zwischen den Ligen gibt es derzeit keinen Auf- und Abstieg, dieser soll erst zur kommenden Spielzeit 2020/21 wieder eingeführt werden.

Quelle: ntv.de, tsi/sid