Heim-Weltcup als HoffnungDeutsches Biathlon-Talent ergreift allerletzte Olympia-Chance

Fehlerfrei, aber etwas zu langsam: Franziska Preuß verpasst bei ihrem Biathlon-Heimspiel in Ruhpolding das Podest knapp. So geht es auch Teamkollegin Selina Grotian, die sich aber dennoch freuen kann. Das Toptalent darf wieder von den Olympischen Spielen träumen.
Franziska Preuß hat beim Heim-Weltcup in Ruhpolding trotz einer starken Vorstellung ihren ersten Podestplatz des Winters erneut verpasst. Nach ihrem Fauxpas in der Staffel kam die 31-Jährige im Sprint fehlerfrei durch und lief nach 7,5 Kilometern zum dritten Mal in Serie auf Rang fünf. Aufs Podest fehlten in einem hochklassigen Rennen letztlich 4,8 Sekunden.
Die Schwedin Hanna Öberg siegte in 19:10,7 Minuten vor der Französin Lou Jeanmonnot (0 Strafrunden/+7,5 Sekunden) und Lisa Vittozzi (0/+11,7) aus Italien. Nach ihrer Krankheit vor Weihnachten fehlten Preuß auf der Strecke weiter noch ein paar Prozentpunkte, letztlich lag sie 16,5 Sekunden hinter Öberg. "Ich bin schon zufrieden mit meinem Rennen", sagte die Gesamtweltcupsiegerin: "Klar, liebäugelt man immer ein bisschen mit dem Podium. Aber man muss anerkennen, dass die anderen einen Ticken besser waren." Nur mit der Staffel hatte es die elfmalige WM-Medaillengewinnerin in Oberhof zuletzt als Dritte auf das Podium geschafft.
Eine allerletzte Chance für Grotian
Toptalent Selina Grotian (1/+51,9) schaffte kurz vor der Nominierungs-Deadline mit Rang 15 die halbe Olympia-Norm. "Ich bin wirklich froh, da fällt eine große Last ab", sagte Grotian. Sie hat aber nur noch am Sonntag (12.30 Uhr/ZDF und Eurosport) in der Verfolgung die Möglichkeit, ein zweites Mal unter die Top 15 zu laufen und damit das Ticket für die Winterspiele in Antholz zu lösen.
Generell konnte aus dem deutschen Sextett ansonsten lediglich Julia Tannheimer (1/+51,8) mit Position 16 überzeugen. Die aus dem IBU Cup nachgerückte Sophia Schneider (2/+1:17,9) landete dank starker Laufleistung immerhin unter den besten 30, Janina Hettich-Walz (2/+1:40,0) und Vanessa Voigt (2/+1:42,0) verpassten die Punkteränge.
Für einige deutsche Biathletinnen wird das Jagdrennen der letzte Einsatz vor Olympia, sie reisen vor den Spielen noch in ein Höhentrainingslager. Preuß geht allerdings eigene Wege und wird bei den Wettkämpfen in Nove Mesto (22. bis 25. Januar) an ihrer Medaillenform arbeiten. Die Männer sind in Ruhpolding noch zweimal am Start, nach dem Sprint am Samstag (14.30 Uhr) gibt es noch die Verfolgung am Sonntag (15 Uhr/alles ZDF und Eurosport).