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Neue Saison ohne den Kultklub? Die DEL zittert um die Kölner Haie

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DEL ohne Köln? Eigentlich unvorstellbar.

(Foto: imago images/osnapix)

Zwölf Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga wären nach derzeitigem Stand bei einem Saisonstart am 18. Dezember dabei. Nur die Kölner Haie und die Iserlohn Roosters zögern weiter. Von den Wackelkandidaten hatten sich zuvor die Augsburger Panther und die Straubing Tigers zu dem Wagnis bekannt.

Nur die Kölner Haie zögern weiter - und halten die Mitstreiter in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) vor der richtungsweisenden Gesellschafterversammlung am Donnerstag in Atem. Kann die DEL geschlossen ab dem 18. Dezember aufs Eis gehen? Es bleibt wohl bis zuletzt eine Zitterpartie.

Als 13. von 14 DEL-Teams gaben die Iserlohn Roosters am Nachmittag ihre Zusage, nachdem dies wenige Stunden zuvor bereits die Augsburger Panther und die Straubing Tigers getan hatten. Iserlohns Gesellschafter Wolfgang Brück teilte die frohe Kunde mit: "Der Spielbetrieb ist auch dann finanziert, wenn der Klub in der kompletten Saison aufgrund der Corona-Pandemie auf Zuschauer in der Eissporthalle am Seilersee verzichten muss."

Ein Kraftakt im Sauerland

Dies stand zuletzt stark auf der Kippe. Nun aber habe man "die entsprechende Planungssicherheit im Dialog mit unseren Sponsoren, Mitarbeitern, Spielern, Fans und Gesellschaftern" erlangt und habe die Rahmenbedingungen für die Teilnahme an der Saison 2020/2021 sicherstellen können, so Brück, der wohl ebenfalls in die eigene Tasche greifen wird.

Etwas wahrscheinlicher erschien eigentlich das Ja-Wort der angeschlagenen Kölner Haie. "Wir geben keine Wasserstandsmeldungen ab, aber vieles geht in eine gute Richtung", sagte Geschäftsführer Philipp Walter am Montag, fügte allerdings an: "Wir haben noch entscheidende Tage vor uns."

Bis auf Köln bekannten sich damit alle Teams zu dem Wagnis, inmitten der Pandemie und voraussichtlich für einige Zeit gänzlich ohne die (lebens)wichtigen Zuschauereinnahmen zu starten. Verständlich, denn ein Antrieb ist nach dem Abbruch der Vorsaison und dem bereits zweimal verschobenen Start in die Saison 2020/21 bei den meisten Klubs mittlerweile größer als die wirtschaftliche Sorge: Das Eishockey will zurück ins Rampenlicht.

Sponsoren retten Augsburg

"Den größten Anteil an dieser Entscheidung haben zweifelsohne die Spieler sowie das Trainerteam, die erneut geschlossen einem erheblichen Gehaltsverzicht zugestimmt haben", sagte Augsburgs Gesellschafter Lothar Sigl nach der Startzusage. Dank der Sponsoren könne man "einen Spielbetrieb mit deutlich reduziertem Kostenapparat auch gänzlich ohne Zuschauereinnahmen realisieren", ergänzte Augsburgs Prokurist Leo Conti.

In Straubing habe die "monetäre Unterstützung aus dem staatlichen Hilfspaket für den Profisport einen entscheidenden Faktor" dargestellt, sagte Tigers-Geschäftsführerin Gaby Sennebogen. Inzwischen läge hierfür ein positiver Bescheid vor. Zudem hätten unter anderem Spieler, Trainer, Mitarbeiter und Sponsoren "ihren Anteil geleistet", sagte Sennebogen. Durch die Zahlung ihrer Beiträge hätten auch die Fans "in den vergangenen Wochen und Monaten die nötige finanzielle Liquidität gewährt". Zuvor hatten die Nürnberg Ice Tigers und der ERC Ingolstadt ihre Teilnahme zugesagt, frühzeitig grünes Licht gab es durch die acht Teilnehmer am derzeit laufenden MagentaSport Cup, namentlich München, Mannheim, Berlin, Bremerhaven, Wolfsburg, Schwenningen, Krefeld und Düsseldorf.

Quelle: ntv.de, Franziska Breininger & Marco Heibel, sid