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Bahnrad-Star will nur ins Bett Die Königin des Sprints "schläft" bis zur WM

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So glücklich jetzt: Emma Hinze.

(Foto: IMAGO/frontalvision.com)

Emma Hinze ist die Sprint-Königin der Bahnrad-EM in München. Für ihre dritte und letzte Goldmedaille musste sie an die Schmerzgrenze gehen. "Es reicht jetzt für mich", sagt sie und kündigt an, erst einmal ganz lange zu schlafen und Kraft für die WM in Paris zu tanken.

Glücklich, stolz, aber völlig erschöpft sehnte sich Emma Hinze nach etwas Ruhe in den eigenen vier Wänden. "Ich will nach Hause in mein Bett", sagte die Sprint-Königin nach ihrem Gold-Hattrick bei der Bahnrad-EM. Sie hatte geweint, sie hatte sich übergeben und "gedacht, dass ich das nicht schaffe". Sie schaffte es.

Gold im spannenden Sprintturnier war nach einer Achterbahn der Gefühle der krönende Abschluss der überaus erfolgreichen Titelkämpfe in München. Drei EM-Siege fügte die fünfmalige Weltmeisterin ihrer ohnehin umfangreichen Titelsammlung hinzu. Neben dem Sprint-Erfolg im Foto-Finish gewann Hinze auch den Teamsprint sowie überraschend deutlich das 500-Meter-Zeitfahren. Auf die Teilnahme im Kampfsprint Keirin am Dienstag verzichtete die 24-Jährige dann lieber. "Es reicht jetzt für mich", sagte sie.

Sieg kommt unverhofft

Die vielen Starts und langen Tage im München hatten Spuren hinterlassen. "Die Gesamtbelastung hat ihr die Schuhe ausgezogen", sagte Bundestrainer Jan van Eijden. Am Montag streikte Hinzes Körper, "mein Magen hat nicht mitgespielt". Sie habe, sagte sie hinterher, "gar nichts essen können, ich hatte gar keine Kraft. Ich habe mir dann Gels reingestopft, die kamen auch wieder raus."

Die fehlende Power kompensierte sie mit großer Willenskraft. In 2:1-Läufen setzte sich Hinze hauchdünn gegen die Französin Mathilde Gros durch. "Ich bin einmal durch alle Emotionen gegangen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich gewinne", sagte Hinze.

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Profitiert hatte sie dabei auch von einem schweren Unfall im vorherigen Punktefahren des Omnium-Turniers der Frauen. Die Griechin Argiro Milaki und Ganna Solovej aus der Ukraine wurden rund 30 Minuten auf der Bahn behandelt. Zeit, in der sich Hinze etwas erholen konnte. "Die Pause kam mir auf jeden Fall entgegen", sagte Hinze, die sich zugleich besorgt über den "schlimmen" Sturz zeigte.

Erholung steht nun für die gebürtige Hildesheimerin Hinze an erster Stelle. In ihrer derzeitigen Heimat Cottbus will sie Kraft tanken für die nächste große Aufgabe. Bei den Weltmeisterschaften in Paris (12. bis 16. Oktober) werden die begehrten Regenbogentrikots neu ausgefahren. Nach den Eindrücken der EM zählt Hinze wieder zu den Top-Favoritinnen. "Sie hat alles, was du als Sprinterin brauchst. Die Antrittsstärke, die Schnelligkeit, die Ausdauer", sagte van Eijden. Hinze sei eine, die "genau weiß, was sie will. Sie ist unglaublich fokussiert." Nach ein wenig Ruhe in den eigenen vier Wänden will Hinze das auch bei der WM wieder unter Beweis stellen.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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