Sport

Gewichtheberin ist Transgender Diese Athletin sorgt für Olympia-Premiere

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Laurel Hubbard darf in Tokio reißen und stoßen.

(Foto: dpa)

Das Gewichtheben wird bei den Olympischen Spielen in Tokio wohl eine besondere Aufmerksamkeit erhalten. Weil Laurel Hubbard aus Neuseeland an den Start geht. Die 43-Jährige ist die erste Transgender-Athletin bei den Weltspielen. Das erzeugt gespaltene Resonanz.

Erstmals wird eine Transgender-Athletin an den Olympischen Spielen teilnehmen. Das Nationale Olympische Komitee Neuseelands (NZOC) nominierte die Gewichtheberin Laurel Hubbard für die Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August). Die 43-Jährige aus Auckland ließ 2012 ihr Geschlecht operativ ändern. Sie tritt in der Klasse bis 87 Kilogramm an. "Ich bin dankbar und demütig für die Freundlichkeit und Unterstützung, die mir von so vielen Neuseeländern gegeben wurde", sagte sie laut Mitteilung des NZOC.

Laut den Regeln des Internationalen Olympischen Komitees muss eine Transfrau zum einen erklären, dass ihre Geschlechtsidentität weiblich ist. Diese Erklärung darf vier Jahre nicht geändert werden. Zudem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteronspiegel mindestens zwölf Monate vor dem Wettkampf unter einem bestimmten Wert liegt. Die Richtlinien gelten seit November 2015. "Das übergeordnete sportliche Ziel ist und bleibt die Gewährleistung eines fairen Wettbewerbs", heißt es darin.

Bis zu ihrer Geschlechtsangleichung war Hubbard als männlicher Gewichtheber aktiv. Als Frau trat sie dann 2018 bei den Commonwealth Games an, brach sich im Wettkampf den Arm und fiel lange aus. 2019 gewann sie bei den Pazifikspielen im Inselstaat Samoa den Titel. Ihr Start bei Frauen-Wettkämpfen ist nicht unumstritten. Konkurrentinnen sehen Hubbard im Vorteil. Andere wiederum sehen ihre Teilnahme als enormen Fortschritt für Trans-Athleten.

NZOC-Chef Kereyn Smith betonte, dass Hubbard alle Vorgaben und Kriterien für eine Olympia-Teilnahme erfüllt hat. "Wir erkennen an, dass die Geschlechtsidentität im Sport ein hochsensibles und komplexes Thema ist, das eine Balance zwischen Menschenrechten und Fairness auf dem Spielfeld erfordert", sagte sie.

Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Gewichtheber, Florian Sperl, hatte schon bei Bekanntwerden Hubbards wahrscheinlicher Nominierung im Mai gesagt: "Ich finde es wichtig, dass das Thema offen und wertfrei angegangen wird."

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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