Sport

"Let's fucking go"Dieser Deal könnte für Dennis Schröder Gold wert sein

02.02.2026, 17:01 Uhr
Hier-spielten-sie-noch-gegeneinander-Nun-wechselt-Dennis-Schroeder-re-zu-den-Cleveland-Cavaliers-um-Donovan-Mitchell
Hier spielten sie noch gegeneinander: Nun wechselt Dennis Schröder (r.) zu den Cleveland Cavaliers um Donovan Mitchell. (Foto: David Dermer/AP/dpa)

Deutschlands Basketball-Held setzt seine Odyssee in den USA fort: Dennis Schröder wechselt in der NBA zum elften Mal das Team. Der Umzug nach Cleveland ist für den Welt- und Europameister aber auch eine Chance.

Wieder alles rein in die Umzugskartons – und ab in den Flieger nach Cleveland. Auf seiner Odyssee durch die NBA überrascht Dennis Schröder ein Wechsel kurz vor der Deadline längst nicht mehr. Bereits zum elften Mal wird der Basketball-Weltmeister von einem Team zum nächsten geschickt. Damit jagt Schröder den Wandervogel-Rekord, darf aber plötzlich auch leicht von einem Meisterring träumen. Bundestrainer Àlex Mumbrú begrüßte den Schritt im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst: "Ich glaube, es ist gut für ihn. Es ist ein neues Team, ein besseres Team als Sacramento. Ich habe mit ihm gesprochen, und er ist zufrieden."

"Ich nehme das professionell. Ich bin jetzt 13 Jahre hier, kenne das natürlich und werde, egal wo es ist, immer das Gleiche versuchen zu leisten", hatte Schröder zuletzt im Sky-Interview gesagt, bevor sein Wechsel von den Sacramento Kings zu den Cleveland Cavaliers am Sonntag offiziell wurde. Nach der Verkündung gab sich der 32-Jährige bei Instagram euphorisch: "Cleveland. LFG!!!" Also: Let's fucking go.

"Ich will happy sein und will competen"

Durch die deutsche Brille betrachtet, die oft durch die fußballerische Sozialisation gefärbt ist, mag Schröders neuerlicher Abgang befremdlich wirken. Und wahrlich liest sich seine Vita mittlerweile abenteuerlich: Atlanta, Oklahoma City, Los Angeles, Boston, Houston, wieder Los Angeles, Toronto, Brooklyn, Golden State, Detroit, Sacramento und nun eben Cleveland. 13 Jahre in der NBA, elf Mannschaften – und bis zum Rekord von Ish Smith (13) fehlt nicht mehr viel.

Schröder war vor der "Trade Deadline" am kommenden Donnerstag stets um Understatement bemüht, nachdem er im Vorjahr rund um seinen Wechsel nach Detroit mit Aussagen über die NBA-Geschäfte als Form der "modernen Sklaverei" für Aufsehen gesorgt hatte. "Am Ende des Tages ist es am besten für mich zu spielen, um happy zu sein. Ich will happy sein und will competen, um zu gewinnen. Da ist es dann auch egal, wo man ist", ließ er verlauten.

"Bessere Position für tieferen Play-off-Run"

Nachdem Schröder erst im Sommer einen mit 45 Millionen Dollar dotierten Dreijahresvertrag in Sacramento unterschrieben hatte, geht es nun also in Cleveland weiter. Und sportlich ist der Play-off-Kandidat eine wesentlich bessere Adresse als die Kings, die mit 12 Siegen und 39 Pleiten zum Zeitpunkt von Schröders Abgang das schlechteste Team der gesamten NBA stellten. Obendrein spielte Schröder mit 12,8 Punkten im Schnitt ein höchst durchwachsenes halbes Jahr in Kalifornien.

Bei den Cavs soll jetzt vieles besser werden, auch wenn Schröders Spielanteile dort geringer ausfallen dürften. Cleveland hat De'Andre Hunter für Schröder und Shooting Guard Keon Ellis nach Sacramento verschifft, um auf den Guard-Positionen für mehr Tiefe zu sorgen. Darius Garland, der angestammte Point Guard, ist häufig verletzt, und der vor Jahren noch als Supertalent gehandelte Lonzo Ball bislang ein Totalausfall.

"Dieser Schritt bringt uns in eine bessere Position für einen tieferen Play-off-Run", sagte Clevelands Basketball-Präsident Koby Altman. Denn obwohl Teams wie die Detroit Pistons aktuell stärker als die Cavs aussehen, ist die Eastern Conference in dieser Saison derart schwach aufgestellt, dass es nahezu jeder ambitionierten Mannschaft zugetraut werden muss, in den Play-offs weit zu kommen. Bis zur Meisterschaft, die Schröder bei all seinen Erfolgen mit der Nationalmannschaft noch fehlt, ist es zwar ein weiter Weg. Doch damit kennt sich der NBA-Nomade ja aus.

Quelle: ntv.de, tno/sid

Dennis SchröderNBABasketball