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Reaktionen zum IOC-Entscheid "Ein guter Tag für den Weltsport"

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Die Entscheidung des IOC ist ein Novum in der Geschichte der Organisation.

(Foto: REUTERS)

Die Entscheidung des Olympischen Komitees, Russland von den kommenden Winterspielen auszuschließen, einzelne Sportler aber unter strengen Auflange zuzulassen, stößt international auf breite Zustimmung - einige Ausnahmen gibt es allerdings.

Thomas Bach, IOC-Präsident: "Der Bericht von Samuel Schmid stellt einen noch nie dagewesenen Angriff auf die Integrität des Sports und der Olympischen Spiele fest. Die IOC Exekutive hat nun entsprechende Sanktionen verhängt. Gleichzeitig will die Exekutive saubere Athleten schützen. Diese Entscheidung soll den Abschluss eines tragischen Doping-Kapitels bringen und der Katalysator für einen neuen, härteren Dopingkampf sein."

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes: "Das ist ein guter Tag für den Weltsport und ein guter Tag für den deutschen Sport. Es ist eine sehr ausgewogene Entscheidung. Auf der einen Seite drakonische Strafen für die Strippenzieher, auf der anderen Seite die Wahrung der Rechte der hoffentlich sauberen individuellen Athleten. Wir können nur hoffen, dass nun eine sehr präzise Kontrolle folgt. Der heutige Tag wird ein historischer sein. Mit den Beschlüssen ist Thomas Bach in die Grenzbereiche dessen vorgestoßen, was möglich ist."

Craig Reedie, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA: "Die WADA ist der Ansicht, dass das IOC eine informationsbasierte Entscheidung getroffen hat, Russland für seine Beteiligung an institutionalisierten Manipulationen des Dopingkontrollprozesses vor, während und nach den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi zu sanktionieren. Die Agentur begrüßt auch die Entscheidung, ein Gremium einzurichten, das Kriterien für die Aufnahme russischer Athleten unter einer neutralen Flagge festlegen wird. Es muss bewiesen werden, dass diese Athleten nicht in das institutionalisierte System verwickelt waren. Wir sind bestrebt, in dieser Hinsicht mit anderen Interessengruppen zusammenzuarbeiten."

Alexander Subkow, Präsident des russischen Bob- und Rodelverbandes und suspendierter Doppel-Olympiasieger von Sotschi: "Das ist ein Schlag in die Magengrube."

Jim Walden, Anwalt des Whistleblowers Grigorij Rodtschenkow: "Die heutige Entscheidung des IOC sendet eine mächtige Botschaft, dass es staatlich gesponserten Betrug durch irgendeine Nation nicht toleriert. Wie die Welt sehen konnte, hat Dr. Rodtschenkow glaubwürdige und unwiderlegbare Beweise für das russische staatsunterstützte Dopingsystem geliefert, das letztlich vom damaligen Sportminister Witali Mutko und anderen hochrangigen Personen der Regierung überwacht und finanziert wurde."

Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti Doping Agentur: "Die Entscheidung ist ein klares Signal für den sauberen Sport. Das IOC hat umfangreiche Maßnahmen erarbeitet. Die Entscheidung stellt einen Wendepunkt mit einer deutlichen Aussage des IOC für faire Wettbewerbe dar: Doping wird nicht toleriert. Von Zufriedenheit kann man aber nicht sprechen. Es ist traurig, dass eine solche Entscheidung notwendig war. Wir müssen unsere Arbeit nun noch weiter intensivieren für die Chancengleichheit aller Athletinnen und Athleten."

Silke Kassner, DOSB-Athletenkommission: "Wir finden den Ausschluss Russlands und die drakonische Bestrafung des IOC vollkommen richtig. Russland hat systematisch betrogen, aber wenn Athleten nachweisen können, dass sie sich in den vergangenen Monaten und Jahren aus dem System herausbewegt haben und die Entscheidung über ein Startrecht transparent und nachvollziehbar getroffen wird, dann sollen diese Sportler in Pyeongchang auch unbedingt starten."

Ines Geipel, Vorsitzende des Dopingopfer Hilfeverein: "Putin und die Russen sind längst zu wichtig für den olympischen Sport, als dass bei allem Betrug eine konsequente Entscheidung drin gewesen wäre. Aber die Entscheidung stinkt und ist nichts anderes als vorsätzliche Hintertürpolitik. Die Logik des neutralen Deals wird die Russen befrieden, aber die olympische Bewegung einmal mehr zum Variete machen. Ein peinliches Spiel. Olympia als Etikettenschwindel par excellence."

Quelle: n-tv.de, jve/sid

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