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Große Wut auch in Las Vegas Epstein-Opfer attackieren Trump mit Werbekampagne beim Super Bowl

08.02.2026, 23:29 Uhr
imageVon David Bedürftig, Santa Clara
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Donald Trump und Jeffrey Epstein waren früher gute Freunde. (Foto: REUTERS)

Er ist zwar nicht vor Ort, steht aber in der Kritik: Donald Trump bekommt beim Super Bowl mehrere Giftpfeile. Unter anderem veröffentlichen Opfer von Sexualstraftäter Epstein einen Werbespot, der den US-Präsidenten direkt angreift.

Donald Trump besucht an diesem Abend nicht den Super Bowl in Santa Clara, Kalifornien. Und dennoch steht er bereits vor dem NFL-Endspiel im Mittelpunkt. Opfer von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein haben eine Botschaft an Trump und Generalstaatsanwältin Pam Bondi entworfen, die beim Super Bowl einem Millionenpublikum gezeigt wird.

Verschiedene Journalisten, darunter der bekannte ehemalige CNN-Chefkorrespondent für das Weiße Haus, Jim Acosta, teilten einen 33-sekündigen Ausschnitt des Werbefilms in den sozialen Medien. Der Name der Kampagne lautet "#standwithsurvivors" - "Steht mit den Opfern und Überlebenden". Dahinter steckt die Gruppe "World Without Exploitation" - eine Welt ohne Ausbeutung - eine von Opfern geführte Koalition, die gegen Menschenhandel kämpft.

Das Video adressiert direkt Trump und Bondi, an einer Stelle sagt eine Frau: "Stehen Sie uns bei. Sagen Sie Generalstaatsanwältin Pam Bondi, dass es Zeit für die Wahrheit ist." Mehrere Frauen sind zu sehen, deren Münder digital geschwärzt werden, wie um zu zeigen, dass sie mundtot gemacht werden. "Drei Millionen Akten wurden noch nicht veröffentlicht", kritisiert das Video.

Sexhandelsskandal nicht "hinter sich lassen"

Das Video soll eine klare Botschaft vermitteln, schrieb Acosta auf X, dass die Opfer nicht bereit sind, das, was sie als den größten Sexhandelsskandal der Welt bezeichnen, einfach "hinter sich zu lassen".

Finanzier Jeffrey Epstein, ein vielfacher Millionär, der 2019 Suizid in seiner Gefängniszelle verübte, soll minderjährige Mädchen - teils erst 14 Jahre alt - mit Geld angelockt und unter anderem in New York, Florida und auf seiner Privatinsel sexuell missbraucht haben. Unterstützt wurde er dabei von seiner langjährigen Partnerin Ghislaine Maxwell, die später verurteilt wurde.

Epstein pflegte enge Kontakte zu Prominenten: Bill Clinton, Bill Gates, dem damaligen Prinzen Andrew - Videos zeigen auch Epstein und US-Präsident Trump beim Feiern. Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente enthalten Berichten zufolge Vorwürfe gegen mehrere bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter auch Donald Trump.

Anti-Trump-Banner in Las Vegas

Weder das Weiße Haus noch das Justizministerium haben sich bisher zu der Video-Kampagne geäußert. Trump veröffentlichte dafür eine Erklärung auf der Website des Weißen Hauses, in der er den Super Bowl als "einzigartige amerikanische Tradition, die die besondere Leidenschaft und Ausdauer unseres Landes widerspiegelt" lobte. Er wünschte den New England Patriots und den Seattle Seahawks viel Glück und allen Fans viel Spaß. Auf die kontroverse Halbzeitshow mit Megastar Bad Bunny, der zuvor Trump und die Einwanderungsbehörde ICE kritisierte, ging der Präsident nicht ein.

Unterdessen wurde in der vergangenen Nacht in Las Vegas ein riesiges Banner mit der Aufschrift "Epstein Files Leaders" (Epstein-Akten-Anführer) angebracht, das unter anderem auf Donald Trump, Tesla-CEO Elon Musk, Bill Clinton und Bill Gates abzielte. Das Banner im Stil der NFL trug die Aufschrift "Pedo Bowl" in Anspielung auf Pädophilie-Verbrechen.

Außerdem tauchte ein Video auf, in dem mehrere prominente Persönlichkeiten zu sehen waren, die in den Epstein-Dokumenten genannt wurden. Ihre Namen waren im Stil der NFL-Spielerprofile gestaltet, mit einer Rangliste derjenigen, die in den berüchtigten Epstein-Akten am häufigsten erwähnt wurden. Dem Clip zufolge wurde Trump über 5000-mal erwähnt, Musk 1465 Mal.

Quelle: ntv.de

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