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Federer, Djokovic, Nadal weiter Favoriten marschieren in Wimbledon

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Roger Federer zog am Montagabend als letzter der großen Favoriten problemlos ins Wimbledon-Viertelfinale ein.

(Foto: imago images / Paul Zimmer)

Bei den Männern ziehen alle großen Favoriten im Eiltempo ins Viertelfinale von Wimbledon ein. Für die Weltranglistenerste ist das Tennisturnier dagegen überraschend beendet. Das nimmt Ashleigh Barty aber begeisternd gelassen.

Nach dem Ende ihres mitreißenden Tennis-Märchens von Wimbledon war Cori Gauff verschnupft aber glücklich. Mit laufender Nase sprach das 15 Jahre alte US-Wunderkind nach der 3:6, 3:6-Pleite gegen Simona Halep über ihre magischen Wochen beim Grand-Slam-Klassiker in London. Während das Superstar-Quartett mit Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Serena Williams geschlossen ohne Satzverlust das Viertelfinale erreichte, war Gauff am "Manic Monday" ausgeschieden - genauso wie überraschend die Weltranglistenerste Ashleigh Barty.

"Ich habe mich nicht 100 Prozent fit gefühlt. Ich weiß nicht, was los war", klagte die offenbar durch gesundheitliche Probleme eingeschränkte Gauff hinterher. Nach ihrer sensationellen Wimbledon-Premiere fiel das Fazit dennoch rundum positiv aus: "Ich habe viel gelernt. Wie man vor einem großen Publikum spielt, wie man mit dem Druck umgeht. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen." Halep, die frühere French-Open-Siegerin und Nummer eins der Welt, war letztlich aber einfach noch eine Nummer zu groß.

Dennoch hatte Gauff am "verrückten Montag" mit allen 16 Achtelfinal-Partien bei Männern und Frauen - erstmals seit 2015 gänzlich ohne deutsche Beteiligung - erneut in vielen Momenten ihr großartiges Potenzial angedeutet. Nach dem ersten Satz verschwand sie jedoch im Kabinentrakt, hielt sich immer wieder den Bauch und ließ sich letztlich vom Turnierarzt eine Tablette reichen. Im Match blieb sie dadurch chancenlos.

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Gauffs Vorbild Williams hatte zuvor mit der Spanierin Carla Suarez Navarro keinerlei Probleme gehabt. Für ihren mühelosen 6:2, 6:2-Erfolg benötigte die 37-Jährige am Ende nur 64 Minuten. "Ich hatte in dieser Woche mehr Matches als in den letzten Monaten. Ich fühle mich körperlich immer besser, endlich kann ich Tennis spielen", sagte Williams anschließend: "Ich will es noch immer, sonst wäre ich nicht da."

"Sonne wird auch morgen wieder aufgehen"

Williams, die am Samstag Julia Görges als letzte Deutsche im Wettbewerb ausgeschaltet hatte, hinterließ gegen Navarro einen starken Eindruck. Mit gutem Service und konsequentem Spiel diktierte sie das Geschehen nach Belieben. Ihre nächste Gegnerin ist nun überraschend Alison Riske, die nach einem 3:6, 6:2, 6:3-Coup gegen French-Open-Siegerin Barty erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Viertelfinale erreicht hatte. Bartys Enttäuschung hielt sich nach den begeisternden Auftritten der vergangenen Wochen allerdings in Grenzen. "Alles in allem war es ein höllisch guter Trip, ich bin sehr stolz, was ich mit meinem Team in den letzten Wochen erreicht habe", meinte die Australierin, die zum ersten Mal nach 15 Siegen in Serie wieder ein Match verlor: "Die Sonne wird auch morgen wieder aufgehen."

Ebenfalls in guter Form präsentierte sich Rekordchampion Federer, der durch ein 6:1, 6:2, 6:2 in 73 einseitigen Minuten gegen Stuttgart-Sieger Matteo Berrettini den insgesamt 99. Sieg bei seinem Lieblings-Major feierte. Federer hat keines seiner 17 Wimbledon-Achtelfinals verloren. Zuvor hatten bereits der zwölfmalige French-Open-Champion Rafael Nadal, der den Portugiesen Joao Sousa 6:2, 6:2, 6:2 bezwang, und Titelverteidiger Djokovic, der sich bei seinem 6:3, 6:2, 6:3-Erfolg gegen den Franzosen Ugo Humbert ebenfalls schadlos hielt, die Runde der letzten Acht erreicht.

Die einzige echte Überraschung bot damit neben der Pleite von Barty die Niederlage der an Nummer drei gesetzten Tschechin Karolina Pliskova, die durch ein dramatisches 6:4, 5:7, 11:13 gegen ihre Landsfrau Karolina Muchova verlor. Damit durfte sich Barty am Ende des Tages doch noch einmal freuen: Durch das Ausscheiden von Pliskova bleibt sie nämlich auch nach Wimbledon die Nummer eins der Welt.

Quelle: n-tv.de, Pirmin Closse, sid

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