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Verwirrung um Zeitnahme Flitzerin holt Bestzeit beim Slalom-Weltcup

Alex Vinatzer jubelt nach seinem Lauf beim Slalom-Weltcup ausgelassen. Gerade hat der Italiener überraschend eine fabelhafte Bestzeit aufgestellt. Doch dann bricht das Chaos los, weil eine Flitzerin im Ziel herumläuft. Sie sorgt für viel Aufregung - und die schnellste Zeit des Abends.

Während unsereins in dick wattierten Skihosen und -jacken auf der Piste unterwegs ist, wagen sich die Profis im hautengen Einteiler auf die Strecken. Doch selbst die bedecken Arme und Beine. Ein Badeanzug ist sicherlich ähnlich aerodynamisch, aber trotzdem nicht die richtige Kleidung für einen Ausflug in den Schnee. Dennoch traut sich eine Frau beim Ski-Weltcup im österreichischen Schladming eben nur in einen schwarzen knappen Einteiler gekleidet auf die Piste - und sorgt damit für Aufregung.

Wie eine Flitzerin beim Fußball war sie auf die Strecke gelaufen. Denn sie kennt sich mit derartigen Läufen bereits aus. Bei der Frau handelt es sich um Kinsey Wolanski, die auch beim jüngsten Champions-League-Finale im ähnlichen Outfit für Wirbel sorgte. Damals machte sie Werbung für eine Sex-Plattform und sammelte durch die Aktion auf ihren eigenen Konten in sozialen Medien viele neue Follower. Diesmal hielt sie ein Schild mit der Aufschrift "RIP Kobe" hoch, zu Ehren der am Sonntag bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommenen Basketball-Ikone Kobe Bryant.

"Habe sie um ein Foto gebeten"

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Doch als wäre die Verwirrung um ihre Person nicht genug, sorgte sie auch noch für Chaos im Slalom-Wettbewerb der Herren. Denn bei ihrem Gang durchs Ziel hatte sie die Lichtschranke der Zeitmessung ausgelöst. Statt des gerade am Hang fahrenden Italieners Alex Vinatzer durchschritt sie die Lichtschranke - und für Vinatzer wurde eine fabelhafte Laufzeit im zweiten Durchgang angezeigt. Er jubelte ausgelassen - hatte die Führung aber gar nicht erreicht.

"Ich habe es nicht einmal gemerkt, dass sie durchs Ziel gegangen ist, die hübsche Blonde", sagte er anschließend. "Das habe ich dann nachher erst auf der Leinwand gesehen, als ich auf einmal hinten war." Denn vorsorglich werden alle Zeiten auch noch per Hand gestoppt. Vinatzer wurde dank dieser Messung letztlich Sechster - und Wolanski in Gewahrsam genommen. Sie wurde laut der österreichischen Polizei wegen des Verdachts einer Verwaltungsübertretung angezeigt. Vorher aber nutzte Vinatzer seine Chance: "Ich habe sie um ein Foto gebeten, habe ihr gedankt und gesagt, dass ich mich gut amüsiert hatte", sagte er der "Gazzetta dello Sport".

Auch der deutsche Skirennfahrer Linus Straßer reagierte auf die Szene, die er selbst gar nicht wahrgenommen hatte, mit Humor. "Ich habe es gar nicht direkt erlebt, weil ich hier dieses Interview geben musste. Scheiße. Ich schaue mir das auf jeden Fall noch mal an", sagte er unmittelbar nach der Situation. Auch die TV-Kommentatoren hatten ihren Spaß an der Einlage. Ex-Fahrer Felix Neureuther rief als BR-Experte: "Bist du narrisch, so was habe ich beim Skifahren auch noch nicht gesehen." Dann fügte er lachend an: "Was sich die Fis alles einfallen lässt." Doch natürlich war nicht der Skiweltverband für den Auftritt Wolanskis verantwortlich.

Sportlich ging der Wettbewerb nach der kurzzeitigen Irritation dann doch noch über die Bühne. Es gewann der Riesenslalom-Weltmeister Hendrik Kristoffersen aus Norwegen vor dem Franzosen Alexis Pinturault und Daniel Yule aus der Schweiz. Die Show des Abends aber lieferte Wolanski - eine Frau beim Herren-Rennen.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid