Fußball-WM 2019

Spucken, Tritte, Streik, Schande England schämt sich für Kameruns WM-Farce

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Die chinesische Schiedsrichterin Liang Qin war nicht zu beneiden.

(Foto: dpa)

Zum unwürdigen Fußball-Theater artet das WM-Achtelfinale zwischen England und Kamerun aus - auch wegen zweier korrekter Videobeweise, die die Kamerunerinnen nicht akzeptieren. Sie streiken, protestieren, weinen und glänzen auch sonst durch Rüpeleien. Englands Coach ist tief beschämt.

Bastian Dankert sah fast immer entspannt aus, als er eingeblendet wurde - und der deutsche Video-Assistent war während des WM-Achtelfinals zwischen England und Kamerun (3:0) wahrlich oft im Bild. Schließlich verursachte der 39 Jahre alte Rostocker einen Streik, weinende Fußballerinnen und unglaublichen 18 Minuten Nachspielzeit. Der englische Trainer Phil Neville sprach hinterher von einer Schande - bezog sich damit aber explizit nicht auf Dankert.

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Empört und beschämt vom Verhalten Kameruns: Englands Nationalcoach Phil Neville.

(Foto: REUTERS)

"Ich schäme mich zutiefst für unseren Gegner", kommentierte Neville die kurzzeitige Arbeitsverweigerung und die wüsten Proteste der Afrikanerinnen in Richtung der chinesischen Schiedsrichterin Liang Qin: "Beim Start meiner Trainerkarriere hat Arsene Wenger zu mir gesagt, dass die Mannschaft den Coach widerspiegelt. Wenn das meine Spielerinnen gewesen wären, würden sie nie mehr für England spielen." Neben den kindischen Protesten gegen die Schiedsrichterin glänzten die Kamerunerinnen durch weitere Unflätigkeiten und Brutalitäten. Zwei Spielerinnen hätten mit Roten Karten vom Platz fliegen müssen, zudem wurde Englands Toni Duggan in der ersten Halbzeit bespuckt.

"Eines WM-Achtelfinals nicht würdig"

Der 59-malige englische Nationalspieler hatte keinerlei Verständnis für das Verhalten der Kamerunerinnen, die seiner Meinung nach ihrer Vorbildrolle nicht gerecht wurden - strittige Videobeweis-Entscheidungen zu Beginn der K.-o-Phase hin oder her. "Die Fortsetzung der Begegnung stand mehrfach auf der Kippe. Das Ganze hatte nichts mit Fußball zu tun. Das war eines WM-Achtelfinals nicht würdig. Ich konnte die Partie nicht genießen, meine Spielerinnen konnten die Partie nicht genießen", sage Neville: "Das Spiel wurde weltweit übertragen. Alle jungen Fußballerinnen auf dem Planeten konnten dieses Verhalten sehen."

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Die Kamerunerinnen hatten sich nach dem 0:2 für kurze Zeit geweigert, das Spiel fortzusetzen. Sie fühlten sich benachteiligt, weil beim Treffer von Ellen White (45.+4) zunächst auf Abseits entschieden worden war. Dankert griff allerdings zu Recht ein, White stand klar nicht im Abseits. Trotzdem versammelten sich die Kamerunerinnen kollektiv im Mittelkreis und spielten zunächst nicht weiter, während ihr Coach am Seitenrand tobte. Erst nach einigen Minuten konnte es schließlich weitergehen.

"Spiel war eine Ungerechtigkeit"

Nach der Pause kippte die Stimmung dann erneut, als der vermeintliche Anschlusstreffer durch Ajara Nchout (48.) nach Videobeweis zurückgenommen wurde. Die verhinderte Torschützin brach daraufhin in Tränen aus und schien dem Zusammenbruch nahe, auf dem Platz wie an der Seitenlinie arteten die Proteste aus. Die Entscheidung erinnerte an Fälle aus der vergangenen Bundesliga-Saison der Männer, als Nchout nur minimal im Abseits stand. Selbst die auf dem Monitor eingezeichneten Linien ließen höchstens wenige Zentimeter erahnen.

Wie Neville sparte auch Kameruns Coach Alain Djeumfa nach dem Abpfiff der Skandalpartie nicht mit Kritik - allerdings nicht am Verhalten seines Teams, sondern an der Schiedsrichterin. Diese habe "zu viele falsche Entscheidungen" getroffen, klagte er: "Dieses Spiel war eine Ungerechtigkeit." Mit diesem Vorwurf stand er allerdings ziemlich allein da. Tatsächlich verzichtete die Schiedsrichterin offenbar aufgrund der angespannten Situation und klaren englischen Führung am Ende sogar - trotz Videobeweises - darauf, einen möglichen Elfmeter für England und einen Platzverweis für Kamerun zu verhängen. Sie wollte das Spiel nur hinter sich bringen - ohne Abbruch, der mehrfach drohte.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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