Fußball-WM 2019

Deutschland doch im Endspiel Steinhaus pfeift WM-Finale

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Finale, oho! Bibiana Steinhaus aus Hannover ist als Chef-Schiedsrichterin dabei.

(Foto: dpa)

Mit Bibiana Steinhaus wird am Sonntag zumindest eine DFB-Frau auf dem Rasen stehen, wenn die USA und Japan den neuen Frauenfußball-Weltmeister ausspielen. Die 32-jährige Polizistin aus Hannover wird von der FIFA wie erwartet zur Finalschiedsrichterin ernannt.

Bibiana Steinhaus ist am Ziel ihrer Träume angelangt und vertritt am Sonntag die deutschen Farben im Endspiel der Frauenfußball-Weltmeisterschaft. Deutschlands Vorzeige-Schiedsrichterin pfeift in Frankfurt/Main das WM-Finale zwischen den USA und Japan (20.45 Uhr/ARD). Als Schiedsrichter-Assistentinnen der 32 Jahre alten Polizeibeamtin aus Hannover fungieren in der Frankfurter WM-Arena Katrin Rafalski und Marina Wozniak. Das Spiel um Platz drei zwischen Schweden und Frankreich am Samstag (17.30 Uhr/ARD) in Sinsheim pfeift Kari Seitz aus den USA.

Für die Zweitliga-Schiedsrichterin ist der Einsatz im WM-Finale natürlich der absolute Karrierehöhepunkt. "Wir Schiedsrichter sind Sportler. Und natürlich ist es immer unser Ziel, in einem Turnier so weit wie möglich zu kommen", hatte Steinhaus vor dem Turnierbeginn gesagt. Damals rechnete Steinhaus aber im Traum nicht damit, dass die DFB-Auswahl bereits im Viertelfinale scheitern könnte.

Ordentliche Spielleitungen

Steinhaus wurde nach zwei ordentlichen Leistungen in der Gruppenphase von der FIFA mit der Leitung des Endspiels betraut. Zuvor war sie für das Viertel- und Halbfinale nicht berücksichtigt worden. "Die Nominierung für das Endspiel ist absolut verdient, wobei natürlich auch die Spielkonstellation hilfreich war. Das ist ein riesiger Erfolg für sie und für das deutsche Schiedsrichterwesen. Wir freuen uns und drücken ihr jetzt die Daumen für ein tolles Finale", sagte Lutz Michael Fröhlich, beim DFB der Leiter der Abteilung Schiedsrichter.

Steinhaus habe schon bei ihren internationalen Einsätzen in den Frauenwettbewerben der abgelaufenen Saison einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. "Und auch bei der Frauen-WM zählte sie ganz sicher zu den Top-Schiedsrichterinnen, was sie bei ihren beiden bisherigen Spielleitungen klar unter Beweis gestellt hat", betonte Fröhlich.

DFB-Kollaps ist Steinhaus' Glück

Das 0:1 der deutschen Weltmeisterinnen im Viertelfinale am vergangenen Samstag in Wolfsburg gegen Japan machte Steinhaus WM-Endspiel-Berufung aber erst möglich. Nachdem Steinhaus nicht für ein Viertelfinale ausgewählt worden war, dachte sie eigentlich, das Turnier sei für sie beendet. Nun kam es allerdings ganz anders. Denn Steinhaus hatte bei ihren bisherigen beiden Auftritten bewiesen, dass sie international zu den absoluten Spitzenschiedsrichterinnen zählt. Beim Spiel zwischen den USA und Nordkorea (2:0) zeigte die Polizeibeamtin, die im Turnierverlauf keine Statements abgeben darf, eine tadellose Vorstellung und erhielt anschließend Lob von höchster Stelle. Auch bei der Partie Brasilien gegen Äquatorial-Guinea (3:0) überzeugte sie.

Allerdings war Steinhaus indirekt auch dabei, als die Ungarin Gyoengyi Gaal für einen der peinlichsten Schiedsrichter-Fehler der WM-Geschichte sorgte. In der Partie zwischen Australien und Äquatorial-Guinea ließ Gaal das offensichtliche Handspiel von Äquatorials Abwehrspielerin Bruna ungeahndet. Steinhaus fungierte in der Partie als vierte Offizielle.

Quelle: ntv.de, cwo/sid

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