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Mutiger BVB greift die Bayern an Für Reus "hat nur die Meisterschaft Sinn"

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Saisonziel Meisterschaft? "Nach der vergangenen Saison und unseren Neuverpflichtungen diesen Sommer macht ein anderes Saisonziel meiner Meinung nach keinen Sinn", sagt BVB-Kapitän Marco Reus.

(Foto: dpa)

Der BVB startet hinter verschlossenen Türen in die Vorbereitung. Deutlich offener ist die Zielsetzung von Kapitän Marco Reus. Nach der Vizemeisterschaft und Investitionen von rund 100 Millionen Euro soll in der neuen Saison der Titel her. Für einen Weltmeister und einen Publikumsliebling ist deshalb kein Platz mehr.

Keine Autogramme, keine Interviews - die Dortmunder Titelmission begann hinter verschlossenen Türen. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit starteten die Vizemeister der Fußball-Bundesliga in die Vorbereitung auf die neue Saison. Wie schon in den vergangenen Jahren stand am ersten Trainingstag die obligatorische Leistungsdiagnostik an. Nur bei der Einfahrt auf das Trainingsgelände im Vorort Brackel bekamen Fans und Medienvertreter das Team um Rückkehrer Mats Hummels zu sehen.

Erstmals auf den Trainingsplatz geht es frühestens am Donnerstag. Neben Hoffnungsträger und Königstransfer Hummels, der nach drei Jahren beim Rekordmeister Bayern München für bis zu 38 Millionen Euro Ablöse zurückgekehrt ist, war in dem spanischen Abwehrtalent Mateu Morey (FC Barcelona) nur ein weiterer Neuzugang beim Trainingsstart in Brackel anwesend.

Mutigere Zielsetzung

Anders als zuletzt hat die Vereinsführung die Meisterschaft als Ziel ausgegeben. Der fehlende Punch der Mannschaft im vergangenen Titelkampf, bei dem ein komfortabler Neun-Punkte-Vorsprung auf die Münchner verspielt wurde, veranlasste die Vereinsbosse zu einer mutigeren Zielsetzung. Investitionen in den Kader von rund 100 Millionen Euro sollen helfen, die Dominanz der Bayern zu durchbrechen. Marco Reus hält diese Strategie für folgerichtig: "Nach der vergangenen Saison und unseren Neuverpflichtungen diesen Sommer hat ein anderes Saisonziel meiner Meinung nach keinen Sinn", sagte der Kapitän der "Sport Bild".

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Der zuletzt an Besiktas Istanbul ausgeliehene Shinji Kagawa spielt in den Planungen von Trainer Lucien Favre keine Rolle.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Die zuletzt noch für ihre Nationalmannschaften aktiven Thorgan Hazard, Julian Brandt und Nico Schulz treten ihren Dienst bei den Schwarz-Gelben erst am 10. Juli an. Noch später steigen die U21-EM-Fahrer Jacob Bruun Larsen und Mahmoud Dahoud sowie der marokkanische Afrika-Cup-Teilnehmer Achraf Hakimi ins Training ein.

36 Profis sind zu viele

Die zuletzt ausgeliehenen Andre Schürrle (FC Fulham) und Shinji Kagawa (Besiktas Istanbul) waren laut "Kicker" vom Leistungstest einvernehmlich freigestellt, um sich neue Vereine zu suchen. Der BVB-Kader umfasst derzeit 36 Profis. Auch Maximilian Philipp, Ömer Toprak, Raphael Guerreiro und Julian Weigl gelten als Verkaufskandidaten. Christian Pulisic (FC Chelsea), Alexander Isak (Real Sociedad), Felix Passlack (Fortuna Sittard) und Dzenis Burnic (Dynamo Dresden) sind bereits weg.

Zwei Trainingslager in den USA (15. bis 21. Juli) und in der Schweiz (27. Juli bis 2. August) sollen Trainer Lucien Favre helfen, den gewachsenen Ansprüchen gerecht zu werden. Am 3. August empfängt der Vorjahreszweite der Bundesliga den Double-Gewinner Bayern München zum Supercup. In der ersten Runde des DFB-Pokals gastiert der achtmalige Meister am 9. August beim Drittligisten KFC Uerdingen, in der Folgewoche empfängt Dortmund zum Bundesliga-Auftakt den FC Augsburg.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid