Fußball-WM 2010

Keine Experimente im WM-Endspiel Finalisten setzen auf ihre Sieger

Der Spruch "Never change a winning team" ist zwar so elegant wie die Klatschversuche von Fußball-Kanzlerin Angela Merkel. Im WM-Endspiel zwischen Spanien und den Niederlande ist er aber die bestimmende Maxime, bei beiden Mannschaften.

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Bert van Marwijk bei den letzten Trainingsvorbereitungen.

(Foto: AP)

Wenn es um die Aufstellung seiner Mannschaft geht, ist Bondscoach Bert van Marwijk erzkonservativ. Gewechselt wird nur, wenn es unbedingt sein muss. So wie vor dem Halbfinale gegen Uruguay, als Rechtsverteidiger Gregory van der Wiel und Mittelfeldabräumer Nigel de Jong, kongenialer Grätschpartner von Bayern-Kapitän Mark van Bommel, gelbgesperrt fehlten und aus Gründen der Vollzähligkeit ersetzt werden mussten. Im Finale sind beide wieder spielberechtigt und rücken deshalb zurück in die Startformation, die ersten Elf der Niederländer tragen die Nummer 1 bis 11.

Der Erfolg gibt van Marwijk bislang recht, Oranje ist mit sechs Siegen in sechs WM-Spielen ins Endspiel marschiert. Kein Grund also, ausgerechnet im dritten niederländischen WM-Finale ohne Not etwas an der kontrollierten Ausrichtung zu ändern. Und beispielsweise den Hamburger Flügelflitzer Eljero Elia von Beginn an gegen Spaniens relativ abwehrschwache Außenverteidiger antreten zu lassen. Wenn die Niederländer Weltmeister werden, dann nicht mit "Fußball total" sondern mit kontrollierter Offensive, für die nicht Künstler wie Wesley Sneijder und Arjen Robben, sondern Fußball-Arbeiter a la Mark van Bommel und Dirk Kuyt sinnbildlich stehen.

"Die Niederlande sind ein  bisschen das Deutschland der Vergangenheit. Das Spiel der Elftal  ist nicht immer schön für das Auge. Aber was die Mannschaft bei der WM in Südafrika erreicht hat, ist überragend. Realismus hat den schönen Fußball ersetzt", beschreibt der frühere Bondscoach Guus Hiddink das Spiel der Niederländer. Die gehen aber keineswegs als demütiger Außenseiter ins Endspiel gegen Europameister Spanien, betont van Marwijk: "Wir stehen im Finale, und jetzt will ich das Finale auch gewinnen. Wichtig ist, dass wir unsere Stärken ausspielen."

Pedro erneut in der Startelf

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Spaniens Coach Vicente del Bosque sieht sich nicht zu Änderungen in der Startelf veranlasst.

(Foto: AP)

Auch Vicente del Bosque verzichtet vor dem ersten WM-Finale mit spanischer Beteiligung auf Experimente. Der Coach der "roten Furie" setzt nach der besten Turnierleistung im Halbfinale auf die gleiche Startelf wie gegen Deutschland. Der formschwache Stürmerstar Fernando Torres sitzt folglich ebenso auf der Bank wie Mittelfeldspieler Cesc Fabregas vom FC Arsenal.

Stattdessen spielt erneut der gegen das DFB-Team überragende Pedro links im offensiven Mittelfeld neben Spielmacher Xavi und Iniesta. Im defensiven Mittelfeld laufen Sergi Busquets und Xabi Alonso auf, im Sturm hofft David Villa auf weitere Erfolgserlebnisse und damit die alleinige Führung in der WM-Torjägerliste.

Quelle: ntv.de