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Wembley-Tor mal andersrum Deutschland glücklich vorn

Deutschland gegen England im WM-Achtelfinale, eine Paarung die Mario Gomez an einen "Zuckerbissen" denken lässt. Die 1. Halbzeit des Spiels ist beste Fußballunterhaltung. Das DFB-Team schießt erst zwei schöne Tore und schenkt England dann den Anschlusstreffer. Den regulären Ausgleich pfeift der Schiedsrichter den "Three Lions" jedoch weg.

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Miroslav Klose feiert das 1:0 in der 20. Minute.

(Foto: dpa)

"Das ist kein normales Fußballspiel, das ist ein Klassiker", wusste ARD-Kommentator Steffen Simon vor Beginn des Achtelfinalduells zwischen Deutschland und England zu berichten. Was dem Fernsehmann sein Phrasenbuch, sind den Statistikfreaks von Opta ihre mit Inbrunst gesammelten Fußballdaten. Also verrieten sie der interessierten Öffentlichkeit vorab: Englands Keeper David James hat noch nie drei Länderspiele in Folge zu Null gespielt.

Dem Gesetz der Serie folgend war nach dem 0:0 gegen Algerien und dem 1:0 gegen Slowenien gegen Deutschland mal wieder ein Gegentörchen fällig, denn James stand erneut im Kasten. Die Frage war nur, wer es erzielen würde und wann? Lukas Podolski vielleicht, der dem Begriff Schießwut in Südafrika eine ganz neue Bedeutung gegeben hat? Mesut Özil, der im Finale der U21-Europameisterschaft 2009 beim deutschen 4:0 gegen England ein Tor erzielt und zwei vorbereitet hatte? Oder vielleicht Stoßstürmer Per Mertesacker, der aufgrund seiner offensichtlichen Defizite in der Innenverteidigung kurzfristig umschulen musste? Alles falsch!

Neuer assistiert, Klose vollstreckt

Es war Deutschlands Sturmdarling Nummer 1, Miroslav Klose. Nachdem der uruguayische Schiedsrichter Jorge Larrionda dem englischen Stürmerstar Wayne Rooney eine gute Konterchance fälschlicherweise wegen Abseits weggepfiffen (4. Minute) und Mesut Özil im direkten Gegenzug nach Pass von Bastian Schweinsteiger aus spitzem Winkel an Keeper James gescheitert war, nahm Deutschlands Nr. 1 Manuel Neuer die Sache in die Hand.

Mit einem langen Abschlag schickte er Klose in der 20. Minute auf die Reise, der sich am Strafraum seiner Reisebegleitung Matthew Upson galant entledigte und den Ball am herausstürmenden James vorbeispitzelte. Bis sich England gefangen hatte, vergingen zehn Minuten. Dann setzte Jermaine Defoe einen Kopfball an die Latte, zuvor war allerdings wieder wegen Abseits abgepfiffen worden. Im Gegenzug hatte Klose die Riesenchance zum 2:0. Lahm hatte ihn mit feinem Pass in den Rücken von Englands Abwehr im Strafraum freigespielt, doch James war diesmal auf dem Posten.

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Kein Tor, sagt der Schiedsrichter.

(Foto: dpa)

Zwei Minuten später war es dann aber soweit. Lukas Podolski zog nach Pass von Thomas Müller aus spitzem Winkel ab und tunnelte James zum 2:0. England war konsterniert, Deutschland besser und verdient in Führung – bis Manuel Neuer in der 37. Minute nach einer Ecke am Ball vorbeisprang und Matthew Upson per Kopf zum 2:1 verkürzen konnte. Nur eine Minute später erzielte Frank Lampard mit einem Lupfer über Neuer hinweg sogar den 2:2-Ausgleich, der Ball prallte von der Unterkante der Latte einen halben Meter hinter die Torlinie. Das Problem für England: Schiedsrichter Larrionda und sein Assistent gaben den Treffer nicht. "Ein unverzeihlicher Fehler", befand der frühere Fifa-Schiedsrichter Hellmut Krug in der Halbzeitpause. Trösten wird es die Engländer nicht, sie liegen zur Pause 1:2 zurück.

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Quelle: ntv.de