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Remis gegen Australien Ghana rückt auf Platz eins vor

Ghana hat der deutschen Mannschaft vor dem letzten Vorrunden-Spieltag Platz eins in Gruppe D abgeluchst. Geht es nach Trainer Milovan Rajevac, soll die Position im direkten Duell gehalten werden.

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Punkteteilung und Trikottausch in Rustenburg.

(Foto: dpa)

Den Sieg leichtfertig verpasst, aber die Tabellenspitze übernommen: Nach dem mageren 1:1 (1:1) gegen die angezählten Australier sind die Black Stars vor dem Gruppenendspiel gegen Deutschland in der Pole Position - und wollen sich bei der WM das Achtelfinal-Ticket nicht mehr nehmen lassen. "Wenn es gegen Deutschland 0:0 ausgeht, bin ich mehr als glücklich", sagte Ghanas Nationalcoach Milovan Rajevac in Rustenburg.

Obwohl seinen Fußball-Profis trotz mehr als einstündiger Überzahl kein zweiter Treffer gelang, wollte der Serbe nicht allzu sehr hadern. "Wir wären sogar in der gleichen Situation, wenn wir gewonnen hätten", dozierte Rajevac. Mit vier Punkten führt Ghana nun vor Deutschland, Serbien (beide 3) und Australien (1).

Der Serbe weiß, dass am Mittwoch in Johannesburg ein echtes Alles- oder-Nichts-Spiel auf seine stolzen Black Stars wartet - und dass Bundestrainer Joachim Löw angesichts der Leistung gegen die wacker kämpfenden Australier wohl nicht in Ehrfurcht erstarrte. "Man hat gesehen, dass wir noch eine junge Mannschaft haben", meinte der Leverkusener Hans Sarpei.

Alle Trümpfe in der Hand

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Asamoah Gyan freut sich über seinen zweiten verwandelten Elfmeter.

(Foto: dpa)

Dabei hatten die Westafrikaner nach dem Ausgleich durch Asamoah Gyans verwandelten Handelfmeter (25. Minute) - zuvor hatte Brett Holman (11.) die Socceroos in Führung gebracht - alle Trümpfe in der Hand. Denn 60 Sekunden zuvor war Australiens Star Harry Kewell (24.) nach einem Handspiel auf der Torlinie als achter Spieler dieser WM vom Platz gestellt worden. Doch dann fanden die Rajevac- Schützlinge vor 34.812 Zuschauern im Royal Bafokeng Stadion kein Mittel, um die Abwehr der "Aussies" zu knacken. "Wir haben am Anfang zu langsam gespielt. Ich denke aber trotzdem, dass wir uns für das Achtelfinale qualifizieren können", sagte Gyan.

"Wenn man eine Stunde lang mit zehn Spielern auskommen muss, dann ist das sehr hart. Ich bin einfach nur stolz auf meine Spieler", sagte "Aussie"-Trainer Pim Verbeek, der um die Schwere der nächsten Aufgabe gegen Serbien weiß: "In diesem Spiel müssen wir klar gewinnen und drei oder vier Tore schießen. Das wird sehr schwierig."

Die Afrikaner präsentierten sich auch im zweiten WM-Spiel als gut organisiertes Team, zündende Ideen gingen aber von Kevin-Prince Boateng und seinen Kollegen kaum aus. Erst nach dem 1:1 taute der frühere Bundesliga-Profi kurzzeitig auf und prüfte Australiens Keeper Mark Schwarzer mit einem strammen Schuss aus spitzem Winkel (44.).

Kewell sieht achte Rote der WM

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Der achte Platzverweis dieser WM traf Harry Kewell.

(Foto: REUTERS)

Löw und DFB-Chefscout Urs Siegenthaler hatten kaum auf der Tribüne Platz genommen, als Ghanas Richard Kingson die Serie der peinlichen Torwartfehler bei dieser WM fortsetzte. Der Schlussmann ließ den Freistoß von Marco Bresciano abprallen - und Holman nutzte die Chance zum ersten Tor für die Socceroos in Südafrika.

Die Antwort der Ghanaer ließ nicht lange auf sich warten. Als der auf der Torlinie stehende Kewell einen Schuss von Jonathan Mensah mit dem Oberarm abwehrte, zeigte Schiedsrichter Roberto Rosetti auf den Punkt und dem Sünder Rot. Gyan verwandelte sicher.

Im zweiten Durchgang versäumten es die Ghanaer, ihren numerischen Vorteil konsequent auszuspielen. Beim Versuch von Gyan (50.) musste Schwarzer noch einmal schnell reagieren, danach nahmen ihm seine Vorderleute meist die Arbeit ab. Bei den Vorstößen der Australier boten sich Scott Chipperfield (67.) und Luke Wilkshire (72.) sogar die Chancen zum Siegtor. Pech hatte Ghanas Abwehrspieler John Pantsil in der Nachspielzeit: Bei einem Zusammenprall mit Joshua Kennedy erlitt er eine stark blutende Kopfwunde.Führung zu bringen. Doch diesmal erwies sich Kingson als Meister seines Fachs und machte seinen Patzer wieder gut.

Quelle: ntv.de, dpa