Meldungen

Argentinien gibt schulfrei Südkorea fürchtet Messi

Starparade gegen Kollektiv: Diego Maradona setzt beim Duell mit den "Taeguk Warrios" auf seinen Weltfußballer Lionel Messi. Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel könnten die Gauchos als erste Mannschaft ins WM-Achtelfinale einziehen, wenn Griechenland wenige Stunden später nicht gegen Nigeria gewinnt. Aber auch Südkorea winkt nach dem Auftaktsieg bereits die K.o.-Runde.

2rlp2157.jpg1156179025471901147.jpg

Lio ist der beste Spieler dieses Turniers: Maradona über Messi.

(Foto: dpa)

Messi statt Mathe: Erst schließt Lionel Messi Argentiniens Schulen, dann will der Weltfußballer das Tor zum Einzug ins WM-Achtelfinale öffnen. Wenn der Superstar in Johannesburg mit der Albiceleste gegen Südkorea (13.30 Uhr/ZDF und im n-tv.de Liveticker) zum zweiten Vorrundenspiel antritt, hat die Bildung im Land des zweimaligen Weltmeisters keine Chance. Da die Begegnung in Argentinien aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 8.30 Uhr beginnt, müssen die Schüler auf Beschluss des Kultusministeriums erst nach dem Abpfiff zum Unterricht erscheinen.

Der kleine Fußballkünstler vom FC Barcelona verspricht zumindest dem Gegner eine Lehrstunde. "Unser Team hat alles, um Weltmeister zu werden. Wenn wir alle Dinge als Mannschaft gut umsetzen, wird es ganz schwer, uns zu schlagen", sagt Messi, der bereits beim 1:0 zum Auftakt gegen Nigeria für mächtig Spektakel sorgte. Einzig beim Torabschluss haperte es. Für Nationaltrainer Diego Maradona steht sein Lieblingsschüler trotzdem über allen anderen. So lästert "Dieguito" sogar über die bisher treffsicherere Konkurrenz. "Podolski, Maicon, Elano - keiner kann sich mit Messi messen. Lio ist der beste Spieler dieses Turniers", meinte der glänzend aufgelegte Coach in Pretoria und trällerte einem Journalisten sogar ein Geburtstagsständchen.

South_Africa_Argentina_WCup_Soccer_XRM201.jpg5609054248575798338.jpg

Gebet zum Fußballgott, vor dem Spiel gegen Südkorea? Diego Maradona scherzt nur, er rechnet mit einem Sieg.

(Foto: AP)

Einmal in Fahrt bekamen auch Maradonas Erzrivalen Pele ("Reif fürs Museum") und UEFA-Präsident Michel Platini ("Franzosen halten sich für etwas Besseres") ihr Fett weg. Das Spiel gegen Südkorea schien schon fast in den Hintergrund zu geraten, dann schickte Maradona auch einen Gruß an die Asiaten hinterher: "Argentinien wird nicht spekulieren, wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen. Bei allem Respekt: Sie haben keinen Messi."

Man müsste Messi die Beine brechen

Gegner Südkorea übte sich vor dem Duell im Soccer-City-Stadion in Bescheidenheit und stimmte in Maradonas Schwärmerei für Messi ein. "Lionel ist ein Magier. Es ist sehr schwierig, ihn aufzuhalten", lobte Mannschaftskapitän Park Ji-Sung von Manchester United. Torhüter Jung Sung-Ryong greift zu martialischeren Worten: "Wir haben schon ein wenig Angst vor Messi. Um ihn zu stoppen, müsste man ihm wohl die Beine brechen." Auch wenn der 25-Jährige versicherte, dies nur im Scherz gesagt zu haben, dürfte Zigarrenliebhaber Maradona der Qualm im Halse stecken geblieben sein.

2rls4619.jpg131360128542893720.jpg

Alter Bekannter von Maradona: Südkoreas Trainer Huh und der Argentinier trafen bei der WM 1986 aufeinander.

(Foto: dpa)

Schließlich hat der 49-Jährige schon selbst schmerzhafte Erfahrungen mit den Asiaten gemacht. Auf dem Weg zum WM-Titel 1986 hatte ihn Südkoreas heutiger Trainer Huh Jung-Moo im Vorrundenspiel (3:1) brutal niedergestreckt. "Er hat nicht Fußball gespielt, sondern Taekwondo praktiziert", äußert Maradona und schaut, als würde der Fußabdruck noch immer seinen Körper zieren. Folgerichtig forderte der Coach den Schutz seiner Spieler: "Die Schiedsrichter müssen hart durchgreifen. Das Spiel darf nicht zu hart werden. Es kann nicht darum gehen, irgendwelche Beine zu brechen."

Dass das aktuelle Team der Südkoreaner keine Treter-Truppe ist, bewies man beim 2:0-Auftaktsieg gegen Otto Rehhagels hilflose Griechen. "Argentinien ist einer der Titelkandidaten. Vielleicht können wir aber über uns hinauswachsen", sagt Huh: "Ich habe meinen Spieler gesagt, dass sie das Spiel genießen sollen. Wenn man eingeschüchtert in eine Partie geht, kann man sein wirkliches Potenzial nicht abrufen."

Veron fällt aus

Während Südkorea in Bestbesetzung antreten kann, muss Maradona muss auf Juan Sebastian Veron verzichten. Der 35-jährige Spielmacher hat Probleme mit der Wadenmuskulatur, für ihn wird Liverpools Maxi Rodriguez auflaufen. Ob Maradona weitere Umstellungen im Vergleich zum 1:0-Auftaktsieg gegen Nigeria vornehmen wird, verriet er nicht. Denkbar ist, dass er im Sturm Diego Milito vom Champions-League- Sieger Inter Mailand für Gonzalo Higuain bringt. Auch der schlaksige und gegen Nigeria indisponierte Jonas Gutierrez auf der rechten Defensivseite muss um seinen Platz in der Startformation bangen. Denn Maradona ist nicht entgangen, dass die kleingewachsenen, aber nimmermüden Südkoreaner neben der mannschaftlichen Geschlossenheit durch ihre Schnelligkeit auftrumpfen.

Die meisten Blicke werden aber sowieso erneut auf Messi gerichtet sein. Dieser will sich nach seinen in der Vergangenheit nicht immer überzeugenden Auftritten im Nationaltrikot endgültig in die Herzen seiner Landsleute spielen. "In der Seleccion war ich manchmal ein anderer als bei Barça. Jetzt werde ich zeigen, wer ich wirklich bin", verspricht der 22-Jährige. Argentiniens Schüler werden genau hinsehen - auch wenn ihnen im Falle eines Sieges nicht viel Zeit zum Feiern bliebe. Ab einer 15-minütigen Verspätung gibt es einen Eintrag ins Klassenbuch.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa/sid

Mehr zum Thema