Fußball-WM 2010

Beckenbauer kritisiert Entscheidung "Verzicht auf WM-Party ist falsch"

2006 feiert die DFB-Elf nach dem dritten Platz bei der Heim-WM. 2008 feiern die deutschen Fußballer nach der Finalniederlage gegen Spanien. 2010 sagen die Spieler eine Feier ab und bezeichnen eine gemeinsame Feier mit den Fans als "unpassend". Franz Beckenbauer findet das gar nicht gut.

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2006 am Brandenburger Tor: Gemeinsam mit rund einer Million Fans feierte die DFB-Elf den dritten Platz bei der WM.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nimmt den Verzicht der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf eine WM-Party in Berlin gewiss wohlwollend zur Kenntnis, Franz Beckenbauer zeigt indes überhaupt kein Verständnis. „Was ich bedauere: Dass sich die Mannschaft nicht in Deutschland bei ihren Fans bedankt. Ich halte die Entscheidung für falsch, auf einen Besuch auf der Berliner Fanmeile zu verzichten“, schrieb Deutschlands Fußball-Lichtgestalt in seiner Bild-Kolumne.

Nach der Niederlage im WM-Halbfinale gegen Spanien hatte Teammanager Oliver Bierhoff nach Rücksprache mit den Spielern die ursprünglich angedachte Dankestour auf der Straße des 17. Juni abgesagt. WM-Kapitän Philipp Lahm hatte es als äußerst „unpassend“ bezeichnet, unmittelbar nach dem kleinen Finale gegen Uruguay in Deutschland eine WM-Party zu veranstalten. Die 23 Nationalspieler bevorzugen offenbar, nach der Ankunft in Deutschland am Montag direkt in den Urlaub aufzubrechen.

Auch 2006 und 2008 wurde gefeiert

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Beckenbauer hofft auf eine blühende Zukunft der Mannschaft - unter der Leitung von Joachim Löw.

(Foto: dpa)

Allerdings hatte sich die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sowohl nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 als auch nach der Finalpleite bei der EURO 2008 noch kräftig feiern lassen. „Auch 2006 haben sich die Spieler nach dem dritten Platz vor dem Brandenburger Tor von den Menschen verabschiedet, die wochenlang hinter ihnen standen. Die Begeisterung in Deutschland war diesmal genauso gewaltig. Da hätte man ruhig ein paar Stunden opfern können, um noch eine Dankesrunde zu drehen“, schrieb Beckenbauer.

Für DFB-Sportdirektor Sammer dürfte sich die Entscheidung gegen eine Abschlussfeier mit den Fans wie ein kleiner Punktsieg in dem immer wieder aufflammenden Streit mit Bierhoff anfühlen. Nach der Party im Anschluss an die EM-Niederlage gegen Spanien vor zwei Jahren hatte Sammer heftige Kritik geübt: „Ich finde es nicht richtig, dass Spieler in ein EM-Finale gehen, das Endspiel verlieren, und sich dann auf der Berliner Fanmeile feiern lassen, als hätten sie das Spiel gewonnen. Dann habe ich das Problem, so etwas einem U19-Nationalspieler zu erklären und vor einem Finale den letzten Siegerinstinkt rauszukitzeln.“

Beckenbauer votiert für Löw

Unterdessen hofft Beckenbauer, dass die DFB-Auswahl bei der EURO in Polen und der Ukraine in zwei Jahren endlich wieder einen Titel gewinnt. Und zwar mit einem Bundestrainer Joachim Löw: „Was ich hoffe: Dass sich die Nationalmannschaft unter Joachim Löw so weiterentwickelt. Es wäre nicht schlecht, wenn wir in zwei Jahren bei der EM den ersten Titel einer A-Nationalelf seit 1996 feiern könnten.“

Quelle: ntv.de, sid