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Tournee-Finale in Bischofshofen Geigers Qualifikation macht wenig Hoffnung

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Da geht noch mehr: Karl Geiger.

(Foto: imago images/GEPA pictures)

Solide, aber auch nicht mehr: Karl Geiger qualifiziert sich für das Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Doppelsieger Marius Lindvik zeigt ein ordentliches Debüt auf der für ihn ungewohnten Schanze. Der Gesamtführende Dawid Kubacki hat derweil noch Luft nach oben.

Skispringer Karl Geiger ist in der Qualifikation für das letzte Springen der 68. Vierschanzentournee nicht über den 16. Rang hinausgekommen. Einen Tag nach dem Dämpfer vom Bergisel flog der Dritte der Gesamtwertung in Bischofshofen auf 128,0 m und war der schwächste Springer des Quartetts, das sich noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg macht. Platz eins holte sich der Österreicher Stefan Kraft. "Das war nicht so der Hit", sagte der deutsche Hoffnungsträger nach dem mäßigen 16. Rang in der Qualifikation von Bischofshofen, formulierte aber mit verschmitztem Lächeln eine Kampfansage: "Manchmal bin ich eine Wettkampfsau. Morgen zählt's dann." Denn: "Ich hab schon oft Sprünge rausgezaubert, wo ich selbst nicht wusste, woher die kamen", sagte er.

Bester der Topfavoriten war Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (Japan) auf Rang sechs. Der Norweger Marius Lindvik wurde nach zwei Siegen in Folge Neunter, zeigte bei seinen ersten Sprüngen in Bischofshofen aber eine solide Leistung. Tournee-Spitzenreiter und Schanzenrekordhalter Dawid Kubacki (Polen) musste sich mit Rang 13 begnügen und dürfte vor dem Wettkampf am Montag (17.15/ARD und Eurosport) ins Grübeln kommen.

Gesamtwertung nach dem letzten Springen

1. Dawid Kubacki (POL) 1131,6 Punkte
2. Marius Lindvik (NOR) 1111,0
3. Karl Geiger (GER) 1108,4
4. Ryoyu Kobayashi (JPN) 1096,0
5. Stefan Kraft (AUT) 1086,0
6. Johann Andre Forfang (NOR) 777,1
7. Domen Prevc (SLO) 1050,9
8. Peter Prevc (SLO) 1048,8
9. Daiki Ito (JAP) 1039,0
10. Stephan Leyhe (GER) 1037,5

Geiger hatte einen Tag nach dem enttäuschenden achten Rang in Innsbruck zunächst Probleme mit der Umstellung auf die neue Schanze, im Training belegte er die Ränge 18 und 11. In der Qualifikation lief es dann nicht besser. Schon vor Beginn des Wettkampfes hatte Geiger seine Maßgabe für das Tournee-Finale ausgegeben: "Ich gehe All In. Wir werden alles riskieren." Am Montag wird dem Vizeweltmeister somit wohl wirklich nur volles Risiko helfen. Geiger muss in der Gesamtwertung umgerechnet 7,38 m auf den führenden Polen Kubacki aufholen. Der Pole liegt mit 830,7 Punkten vor Lindvik aus Norwegen (821,6), Geiger (817,4) und Titelverteidiger Kobayashi aus Japan (817,0).

Bester DSV-Adler war Constantin Schmid als Vierter unmittelbar vor Stephan Leyhe. Insgesamt erreichten fünf DSV-Adler den Wettkampf der besten 50: Weltmeister Markus Eisenbichler wurde Zwölfter, Pius Paschke folgte auf dem 18. Rang. Moritz Baer trat kurz vor der Qualifikation erkrankt die Heimreise an.

Die Duelle der Deutschen sowie der Favoriten

Constantin Schmid (4. der Qualifikation) - Stefan Hula (Polen/47.)

Stephan Leyhe (5.) - Taku Takeuchi (Japan/46.)

Ryoyu Kobayashi (Japan/6.) - Stefan Huber (Österreich/45.)

Marius Lindvik (Norwegen/9.) - Sondre Ringen (Norwegen/42.)

Markus Eisenbichler (12.) - Antti Aalto (Finnland/39.)

Dawid Kubacki (Polen/13.) - Cene Prevc (Slowenien/38.)

Karl Geiger (16.) - Simon Ammann (Schweiz/35.)

Pius Paschke (18.) - Gregor Deschwanden (Schweiz/33.)

Die Statistik spricht gegen Geiger

Den Sprung von Platz drei nach ganz vorne schaffte in Bischofshofen zuletzt Risto Laakkonen 1988/89. Der Finne musste allerdings "nur" 4,5 Punkte auf Spitzenreiter Jens Weißflog aufholen. Geiger liegt 13,3 Punkte hinter Kubacki (830,7) zurück. Und dann ist da ja auch noch der Titelverteidiger und Gesamtweltcup-Führende Kobayashi auf Rang vier, der Geiger mit 817,0 Punkten direkt im Nacken sitzt. Für Quali-Sieger Kraft dürfte der Rückstand von 22,1 Zählern zu groß sein, um von Platz fünf nach vorne zu springen und nach 2016/17 zum zweiten Mal die Tournee zu gewinnen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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