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Milan-Fans wollen Kak halten Geld oder Liebe

"Geld oder Liebe" - im Millionen-Poker um Fußball-Superstar Kak haben die Fans des AC Mailand ihren letzten Trumpf ausgespielt und an das Herz ihres brasilianischen Lieblings appelliert: "Bitte bleib bei uns!", skandierten zehntausende Tifosi bei Milans 1:0-Sieg gegen den AC Florenz.

Alles Flehen aber scheint umsonst. Schon an diesem Montag soll sich Kaks Vater mit Manchester City treffen, um den Rekordtransfer zum englischen Premier League-Club einzufädeln. 82,5 Millionen Euro Spielergage netto soll der Nationalspieler der "Selecao" in den nächsten fünf Jahren in England kassieren. Milan soll 119 Millionen Euro Ablöse bekommen. Milan-Boss Silvio Berlusconi hat dem 26-Jährigen persönlich seinen Segen zum Wechsel gegeben. Bei so einer Chance dürfe ihm Milan nicht im Weg stehen, erklärte der italienische Ministerpräsident und brachte die Milan-Fans damit auf die Barrikaden.

Langsam kippt die Stimmung

Langsam kippt die Stimmung. Schon in San Siro wedelten Tausende mit Geldscheinen. "Hände weg von Kak", stand auf Spruchbändern. Einige Fanclubs blieben den Rängen aus Protest fern. Viele fragen sich auch, ob der treue Heilige Kak nicht in Wirklichkeit ein Scheinheiliger ist. Denn als der vergangene Woche noch versprach, bei Milan in Rente gehen zu wollen, verhandelte sein Vater Bosco anscheinend schon mit den Engländern.

Kein Wunder, dass Kaks Auftritt gegen Florenz schon wie ein Abschiedsspiel wirkte. Nach Abpfiff umarmte der Brasilianer alle seine Mitspieler auf dem Platz, als sei es das letzte Mal. "Kak hat den ganzen Freitag geweint und sich vor dem Spiel in sein Zimmer eingeschlossen", verriet die "La Gazzetta dello Sport.

Der Sieg, mit dem Milan (37) bis auf sechs Punkte an den beim 1:3 in Bergamo enttäuschenden Spitzenreiter Inter (43) herankam, geriet völlig in den Hintergrund. Auch David Beckhams Heimspieldebüt. "Beck" durfte zwar noch sagen, wie sehr er sich über seinen erneuten Einsatz von der ersten Minute an gefreut habe, dann aber kam auch schon die Frage nach Kak. Und der englische Superstar brachte dessen Gewissenskonflikt auf den Punkt: "Keiner hier spielt für Geld", sagte der Großverdiener.

Sportlich ein Abstieg, finanziell ein Gewinn

Ein Wechsel zu Manchester City wäre lukrativ, aber ein sportlicher Abstieg. Auch wenn die Engländer mit den Millionen von Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan kräftig aufrüsten und gerade kurz vor der Verpflichtung des HSV-Stars Nigel de Jong stehen, für den sie nun 20 Millionen Euro zahlen wollen. Dass "ManCity" Kak nicht gut genug sein könnte, befürchtet man auch in England. Nach einem Bericht der "Sun" sei auch Real Madrid an Kak interessiert.

Die Chancen der Spanier stiegen vor allem, wenn der "Observer" mit seinem Bericht recht hat. Die angesehene Sonntagszeitung zitiert einen namentlich nicht genannten Berater von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus Abu Dhabi mit den Worten, die in der Presse kursierenden Zahlen seien "absolut lächerlich" und extrem unrealistisch. Ein Angebot um die 56 Millionen Euro sei weit realistischer.

Auch Manchester-City-Trainer Mark Hughes dämpfte nach dem 1:0-Sieg seiner Elf über Wigan Athletic am Wochenende die Erwartungen auf einen schnellen Transfer. "Wir sind noch eine Million Meilen davon entfernt, den Deal tatsächlich abzuschließen", sagte Hughes. Zu viele Details seien noch zu klären.

"Noch ist nichts entschieden", versichert auch Milan-Trainer Carlo Ancelotti. In Mailand plant man offenbar aber schon für die Zeit nach Kak: "Ohne ihn müsste ich meine Taktik umstellen", räumte Ancelotti ein.

Quelle: ntv.de, Von Bernhard Krieger und Henning Hoff, dpa

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