Sport

15 Monate auf Bewährung Gericht verurteilt Dürr wegen Dopings

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Johannes Dürr bei einem Wettkampf im Februar 2014.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Weil er selbst gedopt und teils auch andere Sportler angestiftet hat, das auch zu tun, verurteilt ein Gericht in Innsbruck den ehemaligen Skilangläufer Johannes Dürr zu einer Bewährungsstrafe. Der Österreicher gesteht allerdings vor allem sein eigenes Blutdoping erneut, die Rolle als Vermittler weist er von sich.

Der ehemalige Skilangläufer Johannes Dürr ist wegen Dopings vom Landgericht Innsbruck zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Dem 32 Jahre alten Österreicher wurde neben dem eigenen Blutdoping auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Letzteres sah das Gericht aber nur teilweise als erwiesen an.

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Johannes Dürr im Januar 2020 im Gericht.

(Foto: imago images/Zeitungsfoto.at)

Dürr hatte sich zuvor teils schuldig bekannt und vor allem sein eigenes Blutdoping erneut eingestanden. Das Urteil ist rechtskräftig, da beide Seiten auf weitere Rechtsmittel verzichteten. Dass er auch eine bedeutende Rolle als Vermittler und Helfer des Erfurter Sportmediziners Mark S. gespielt haben soll, bestritt Dürr in zentralen Punkten. Konkret wies er die Vorwürfe von sich, die ehemaligen Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf an Mark S. vermittelt zu haben, was diese behaupten.

Das Gericht folgte hier Dürrs Ansicht unter anderem aufgrund der Folgen, die Dürrs Äußerungen in einer ARD-Dokumentation für die beiden Sportler letztlich hatten. Auch Hauke und Baldauf waren zu Bewährungsstrafen wegen Blutdopings verurteilt worden. Dürr hatte mit seinen Aussagen in der Dokumentation "Die Gier nach Gold" die Dopingermittlungen ausgelöst, die im Februar 2019 zur "Operation Aderlass" führten.

Bei den Razzien in Erfurt und bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Seefeld in Tirol wurde unter anderem der Erfurter Arzt Mark S. als Mittelpunkt eines vermuteten Doping-Netzwerks festgenommen. 23 Sportlern wurden bei den Ermittlungen rund um das vermutete Netzwerk Blutdoping nachgewiesen.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa