Grenzenloser JubelBambergs Thriller-Spezialisten feiern sensationellen Pokal-Coup

Das Halbfinale ist an Spannung schon kaum zu überbieten, im Endspiel machen Bambergs Basketballer dann genau dort weiter - und dürfen nach dem zweiten Thriller innerhalb weniger Stunden jubeln: Der Underdog ist deutscher Pokalsieger.
Die BMA365 Bamberg Baskets haben eine lange Durststrecke beendet und den Pokal der Basketball Bundesliga (BBL) gewonnen. Im Finale des Top-Four-Turniers in München bezwang das Team von Coach Anton Gavel den Rekordpokalsieger Alba Berlin mit 74:72 (36:37) und sorgte damit für seinen ersten Titelgewinn seit sieben Jahren: Den bis dato letzten Titel, ebenfalls ein Pokalsieg, hatte Bamberg 2019 geholt.
"Wir sind überglücklich, dass wir das Ding holen konnten - für die Fans und den Verein", sagte Gavel gelöst im Anschluss der Partie bei Dyn: "Wir haben auf dem Weg zum Pokal viele gute Mannschaften geschlagen, unter anderem die Top-Zwei der Liga. Die Konstanz, die wir in der Liga vermissen lassen haben, konnten wir im Pokal zeigen."
Tatsächlich ging Bamberg nach dem verrückten 103:97-Halbfinal-Coup nach Overtime über den FC Bayern gegen Alba erneut als Underdog ins Finale. Berlin hatte seinerseits das Halbfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg ohne zu glänzen mit 98:78 für sich entschieden.
Im Klassiker, dem meistgespielten Duell der deutschen Basketball-Geschichte, war Demarcus Demonia (19 Punkte) der Garant für den Titelgewinn der Baskets. Nationalspieler Malte Delow (17) glänzte als bester Schütze der Albatrosse.
Alba entgleitet Partie
Berlin, das 2026 bereits zwei Siege in der BBL gegen Bamberg holte, ging dementsprechend selbstbewusst in die Anfangsphase. Delow überzeugte als Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Bamberg-Trainer Gavel - in seinem dritten Pokalfinale in Folge - sah zunächst, wie sein Team nach dem kräftezehrenden Sieg über die Bayern mit Albas Intensität zu kämpfen hatte.
Inmitten des zweiten Viertels entglitt Alba die Partie plötzlich. Bamberg rückte durch einige Berliner Fehler nach zwischenzeitlichem Neun-Punkte-Rückstand zur Halbzeit wieder auf einen Punkt heran. Es entwickelte sich kein hochklassiges, jedoch ein dramatisches Duell auf Augenhöhe, in dem die Franken zu viele Freiwürfe leichtfertig vergaben.
Alba setzte indes auf starke Rebound-Zahlen (44 gegenüber 26) als probates Mittel, hatte jedoch letztendlich nach Demonias entscheidendem Zwei-Punkte-Wurf in einer dramatischen Schlussphase das Nachsehen. Während der Jubel Bambergs nach der Finalniederlage gegen Syntainics MBC im Vorjahr keine Grenzen kannte, verpasste Alba den ersten Titel seit der Double-Saison 2022.