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Favoriten mühen sich im DFB-Pokal HSV quält sich - Dortmund siegt souverän

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Die Hamburger bejubeln gebührend das einzige Tor an diesem Abend in Zwickau.

(Foto: imago/foto2press)

Bis auf Dortmund haben die Favoriten große Mühe an diesem Abend, setzen sich aber durch: Der Hamburger SV und der SV Sandhausen ziehen in die dritte Runde des DFB-Pokal ein. Hannover setzt sich in einem "ekligen Pokalfight durch.

Obwohl sie die Favoriten in Bedrängnis brachten und bis zur letzten Minute kämpften, werden die Außenseiter an diesem Pokalabend nicht belohnt. Der Hamburger SV setzt sich bei Drittligist FSV Zwickau ebenso durch, wie Hannover 96 in Offenbach und der SV Sandhausen in Paderborn. Ein deutlicher Klassenunterschied wird allerdings nur bei 3:0-Sieg Borussia Dortmunds in Trier sichtbar.

Der Hamburger SV hat eine neuerliche Pokal-Blamage verhindert und steht nach einem mühevollen 1:0 (0:0) über Drittligist FSV Zwickau in der 2. DFB-Pokal-Runde. 10.134 Zuschauer sahen bei der Stadioneröffnung der neuen Zwickauer Arena einen leidenschaftlich kämpfenden Gastgeber, der in der 70. Minute durch den eingewechselten Alen Halilovic in Rückstand geriet.

Der HSV war vor dem Gastspiel beim sächsischen Drittliga-Aufsteiger gewarnt. Zum einen, weil er vor einem Jahr in der ersten Runde beim FC Carl Zeiss Jena und damit bei einem ebenfalls unterklassigen Verein gescheitert war. Zum anderen, weil Zwickau, wenn es denn im DFB-Pokal startberechtigt war, ebenfalls schon für Furore gesorgt hatte. 1996 warf man den 1. FC Köln aus dem Wettbewerb.

Entsprechend hatte HSV-Trainer Bruno Labbadia seine Schützlinge eingestellt. Die Hamburger hatten das Spiel von der ersten Minute an im Griff, versäumten es jedoch, die zurückhaltenden Gäste schnell zu schocken. Die beste Gelegenheit dazu hatte Nicolai Müller, der nach 56 Sekunden an Zwickaus Torhüter Johannes Brinkies scheiterte. Und damit ein kleines Privatduell eröffnete, in dem Zwickaus Schlussmann in der ersten Halbzeit stets der Sieger blieb.

Rund 20 Minuten brauchten die Gastgeber, um sich etwas zu befreien und das Geschehen ins Mittelfeld zu verlegen. Größere Möglichkeiten blieben jedoch bis unmittelbar vor der Pause aus. Erst in der 44. Minute verpasste FSV-Kapitän Toni Wachsmuth eine scharf getretene Ecke nur knapp. Immerhin aber war es ein Zwickauer, der fast zum Torerfolg gekommen wäre. Patrick Göbel köpfte nach 36 Minuten unbedrängt an den Pfosten des eigenen Tores, den Nachschuss von Michael Gregoritsch parierte der bärenstarke Brinkies. Er war auch gegen Gotoku Sakai in der 45. Minute auf dem Posten, als dieser plötzlich frei vor ihm auftauchte.

Die ersten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten den Gastgebern, die die Hamburger in deren Hälfte beschäftigten und kaum Entlastung zuließen. Allein die Effektivität ließ zu wünschen übrig, René Adler im HSV-Tor hatte nur wenig Arbeit. Nach vorn funktionierte beim HSV aber auch nichts. Erst ein kapitaler Ballverlust von Nils Miatke im Mittelfeld eröffnete den Norddeutschen die Chance zur Führung, die Halilovic konsequent nutzte. Das lähmte die Gastgeber. Wood traf nur den Pfosten (75.), Gregoritsch scheiterte mit dem Abpraller erneut an Brinkies. Danach begann die Zwickauer Schlussoffensive. Wachsmuth hatte nach 80 Minuten aus Nahdistanz per Kopf die große Ausgleichschance, die Adler mit einem Reflex vereitelte.

Borussia Dortmund hat rechtzeitig vor dem  Bundesligastart seine Klasse unter Beweis gestellt und mit 45  Minuten Powerfußball ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Auch ohne  seine verletzten Stars Mario Götze und Marco Reus gewann der  runderneuerte Vizemeister in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals  mühelos mit 3:0 (3:0) beim einstigen "Pokalschreck" Eintracht Trier. Der Japaner Shinji Kagawa (8./33.) und Weltmeister André  Schürrle (45.) erzielten beim Regionalligisten die Tore für den BVB,  der im ersten Punktspiel am Samstag auf den FSV Mainz 05 trifft.  408.000 Euro Prämie kassierten die Dortmunder, die rund 110  Millionen Euro in neue Profis investiert haben, vom Deutschen  Fußball-Bund (DFB) für den Einzug in die 2. Runde. Vor den 10.805 Zuschauern im ausverkauften Moselstadion,  darunter DFB-Präsident Reinhard Grindel, entwickelte sich ab der  ersten Minute das erwartete Spiel auf ein Tor. Der frühe Treffer von  Kagawa ließ die Hoffnungen des Regionalligisten auf eine Sensation  wie vor 19 Jahren rasch schwinden. Damals war der BVB als  amtierender Champions-League-Sieger sensationell im Achtelfinale in Trier ausgeschieden (1:2).

Dortmund ohne Mühe auch ohne Stars

Die Dortmunder, bei denen die Neuzugänge Schürrle, Marc Bartra, Ousmane Dembelé und Sebastian Rode in der Startelf standen, machten  auch nach der Führung weiter Druck. Dass Trainer Thomas Tuchel auf seine verletzten Stars Götze und Reus, Weltmeister Erik Durm sowie  die Olympia-Teilnehmer Sven Bender und Matthias Ginter verzichten musste, fiel nicht weiter ins Gewicht. Ersatztorwart Roman Weidenfeller, der in dieser Saison nur im  Pokal gesetzt ist, hatte fast nichts zu tun. Pierre-Emerick Aubameyang vergab in der 20. Minute die große Chance auf das 2:0. Die Eintracht kam so gut wie nie aus der eigenen Hälfte heraus und verteidigte zumeist mit einer Sechserkette. Den zweiten Treffer Kagawas konnten die Gastgeber ebenso wenig verhindern wie das dritte Tor durch Schürrle.

Kurz nach dem Seitenwechsel war es wieder Kagawa, der diesmal die große Möglichkeit zu seinem dritten Treffer nicht nutzen konnte  (50.). Drei Minuten später landete ein Aubameyang-Kopfball an der Latte. Kurz darauf durfte Schürrle Feierabend machen (55.). Für ihn kam Adrian Ramos.

Nach einer Stunde schalteten die Gäste einen Gang zurück und ließen Trier auch ein wenig mitspielen. 20 Minuten vor dem Ende brachte Tuchel auch das türkische Toptalent Emre Mor. Zu diesem  Zeitpunkt verwaltete seine Mannschaft aber bereits das Ergebnis. In der 73. Minute deutete Mor seine Klasse mit einem starken  Distanzschuss an. Drei Minuten später hätte Ramos eigentlich treffen müssen, auch Aubameyang vergab in der 87. Minute eine weitere Großchance.

Hannovers "ekliger Pokalfight" in Offenbach

Auch Hannover 96 wendete nur mit viel Mühe eine Blamage ab. Der Bundesliga-Absteiger gewann nach 2:0-Führung beim Regionalligisten Kickers Offenbach erst nach Verlängerung mit 3:2 (2:2, 2:1). Mit seinem verwandelten Foulelfmeter in der 120.+1 Minute avancierte der eingewechselte Salif Sané zum Matchwinner für 96.

Vor 10.573 Zuschauern erwischten die Gäste aus Niedersachsen zunächst einen sehr guten Start. Der von Mitabsteiger VfB Stuttgart nach Hannover gewechselte Martin Harnik (3.) traf früh zur Führung, Felix Klaus (22.) erhöhte auf 2:0. Der Offenbacher Serkan Firat (29., 49.) brachte das Team des ehemaligen Bundesliga-Profis Oliver Reck mit zwei direkten verwandelten Freistößen aber wieder zurück. "Nach dem 2:2 war es ein ekliger Pokalfight, wie wir ihn eigentlich nicht wollten. Am Ende hat die Qualität und Fitness entschieden. Ich bin froh, dass es nicht zum Elfmeterschießen gekommen ist und wir das Spiel vorher entscheiden konnten", sagte Harnik.

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Richard Sukuta-Pasu brachte Sandhausen in Führung.

(Foto: imago/osnapix)

Wegen einer Roten Karte nach einer Notbremse gegen Hannover-Verteidiger Waldemar Anton (49.) spielte der Tabellenführer der 2. Liga zunächst in Unterzahl, ab der 61. Minute herrschte aber wieder Gleichzahl, nachdem der Offenbacher Kristian Maslanka wegen wiederholten Foulspiels diskutabel Gelb-Rot sah. Hannover-Angreifer Niclas Füllkrug (100.) verpasste in der Verlängerung eine hochkarätige Chance zur Führung. Der ehemalige  Nürnberger verzog freistehend aus rund acht Metern. Als alle schon an das Elfmeterschießen glaubten, foulte der in Hannover geborene OFC-Süieler Stefano Maier folgenschwer Klaus im eigenen Strafraum. Sané verwandelte mit dem Schlusspfiff eiskalt. Beste Akteure bei den Offenbachern war Doppel-Torschütze Firat und Dren Hodja. Bei Hannover waren Harnik und Sané am auffälligsten.

Sandhausen bezwingt Paderborn

Fußball-Drittligist SC Paderborn hat einen Coup im DFB-Pokal verpasst. Die Mannschaft von Trainer René Müller unterlag zuhause in der ersten Runde dem Zweitligisten SV Sandhausen mit 1:2 (0:1). Erst in der Nachspielzeit (90.+1 Minute) gelang Tim Kister der Siegtreffer für Sandhausen.

Zuvor war Richard Sukuta-Pasu (18./Foulelfmeter) erfolgreich für die Gäste, die durch den Einzug in die nächste Pokalrunde mit Einnahmen von 310.000 Euro planen können. Für Paderborn traf Sven Michel (50.). Die Hausherren, die einen Fehlstart mit drei Niederlagen in den bisherigen vier Punktspielen verdauen mussten, begannen engagiert. Michel (4.) konnte die erste Torchance der Ostwestfalen aber nicht nutzen.

Sandhausen spielte effektiver: Nach einem Zweikampf zwischen Paderborns Verteidiger Thomas Bertels und Sukuta-Pasu verwandelte der SVS-Angreifer den folgenden Strafstoß souverän. Paderborn spielte mit Leidenschaft und wurde durch Michels Treffer zum Ausgleich belohnt. Kurz vor dem Abpfiff nutzte Kister jedoch einen Freistoß per Kopf zum glücklichen Siegtreffer der Gäste.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa

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