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Kohlbacher mit Corona infiziert Handball-Nationalteam muss in Quarantäne

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Jannik Kohlbacher könnte sich bei seinem Löwen-Teamkollegen angesteckt haben.

(Foto: imago images/foto2press)

Die komplette Handball-Nationalmannschaft steht unter Quarantäne: Jannik Kohlbacher ist mit dem Coronavirus infiziert und war erst vor wenigen Tagen beim Lehrgang des DHB-Teams dabei. Auch Bundesligist Rhein-Neckar Löwen lässt wohl die meisten seiner Spieler nicht mehr vor die Tür.

Corona-Fall in der deutschen Handball-Nationalmannschaft: Kreisläufer Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen hat sich nach übereinstimmenden Informationen mit dem Virus infiziert, nun begibt sich das gesamte Team inklusive Bundestrainer Alfred Gislason in häusliche Quarantäne. "Ein bei einem Nationalspieler am Montag, 16. März, durchgeführter Test auf das Coronavirus ergab ein positives Ergebnis. Dies ist seit Dienstagabend bekannt", teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit. Den Namen bestätigte der Verband offiziell nicht.

Nun würden sich sämtliche Kontaktpersonen "an die Empfehlungen des leitenden Mannschaftsarztes Prof. Dr. Kurt Steuer und insbesondere des Robert-Koch-Instituts halten", hieß es weiter in dem Statement: "Jeder Teilnehmer des Lehrgangs ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und wird sich an die von den Behörden empfohlenen Maßnahmen halten." Kohlbacher gehörte beim Lehrgang vom 9. bis 13. März in Aschersleben Gislasons Kader an. Sein Teamkollege Mads Mensah von den Rhein-Neckar Löwen war als erster Bundesliga-Profi positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Liga pausiert bis Ende April

Die Löwen hatten am Dienstag mitgeteilt, dass alle Mitspieler von Mensah, die in den vergangenen Tagen persönlichen Kontakt zu dem Rückraumspieler hatten, vom Klub in häusliche Quarantäne überstellt worden seien. "Es ist eine harte Entscheidung, die aber zum Schutz aller zwingend notwendig ist. Die Spieler haben alle einen individuellen Trainingsplan an die Hand bekommen und fühlen sich soweit gut", sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Gesundheitsamt und dem Mannschaftsarzt getroffen worden.

Die Nationalspieler, die sich in der Vorwoche gemeinsam mit Kohlbacher auf das später abgesagte Länderspiel gegen die Niederlande vorbereitet hatten, sollen nun die zuständigen Gesundheitsämter über den Fall informieren. Dazu zählen wahrscheinlich auch DHB-Kapitän Uwe Gensheimer - der zudem auch zu seinem Teamkollegen Mensah Kontakt gehabt haben könnte - und Rückraumspieler Paul Drux, die trotz Verletzungen nach Aschersleben gereist waren und dort Kontakt zur gesamten Mannschaft hatten. Wegen der vorerst bis zum 23. April ausgesetzten Bundesligasaison absolvieren alle Nationalspieler derzeit wie ihre Vereinskollegen ein individuelles Heimtraining.

Auch das wegweisende Olympia-Qualifikationsturnier des DHB-Teams ist vom internationalen Handball-Verband IHF in den Juni verlegt worden. Die deutschen Handballer hatten ursprünglich vom 17. bis zum 19. April in Berlin gegen Schweden, Slowenien und Algerien um zwei Startplätze bei den Olympischen Spielen (24. Juli bis 9. August in Tokio) spielen sollen.

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa