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Vuelta und Deutschland Tour Held Arndt genießt, Helfer Buchmann hadert

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Es sieht nicht glamourös aus, aber dieser Moment ist für Nikias Arndt und den deutschen Radsport ein besonderer.

(Foto: imago images / Sirotti)

Radprofi Nikias Arndt erlebt mit einem Etappensieg bei der Vuelta eine Sternstunde in seiner Laufbahn. Bei der Deutschland Tour wird die offensive Fahrweise von Emanuel Buchmann und Simon Geschke nicht belohnt.

Für Emanuel Buchmann und Simon Geschke blieb bei der Deutschland Tour nur die Anerkennung für einen couragierten Auftritt, dafür strahlte Nikias Arndt nach seinem Highlight bei der Spanien-Rundfahrt glückselig. Während der Radprofi aus der Nordheide auf der achten Etappe der Vuelta "einen der schönsten Tage meiner Karriere" feierte, ging der Gesamtsieg bei einer abwechslungsreichen Deutschland Tour 2019 an den Belgier Jasper Stuyven.

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Buchmann und Geschke versuchten auf dem letzten Abschnitt nach Erfurt bis zum Ende alles, um Stuyven noch zu gefährden, aber letztlich hatte der Etappenerfolg von Pascal Ackermann in Halberstadt Bestand als einziges herausragendes deutsches Resultat beim im Vorjahr wiederbelebten Heimrennen. Arndt dagegen sprintete im Sitzen seinen Konkurrenten im strömenden Regen von Igualada davon. "Das ist absolut unglaublich", sagte er.

Deutschland Tour ohne Deutsche ganz vorne

Bei der Deutschland Tour holte der Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) in einem beherzt gefahrenen Finale durch die thüringische Landeshauptstadt den letzten Tageserfolg und belegte schließlich mit drei Sekunden Rückstand auf Stuyven Rang zwei der Gesamtwertung. Insgesamt erfuhr die Rundfahrt nach ihrer vielversprechenden Premiere im Vorjahr erneut eine positive Resonanz.

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Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe) musste sich als 13. ebenso wie der Berliner Simon Geschke (CCC Team) als 12. mit einem Gesamtrang außerhalb der besten Zehn begnügen. Obwohl der Tour-Vierte Buchmann insgesamt mit einer sehr offensiven Fahrweise überzeugte, fehlte ihm die Sprintschnelligkeit eines Klassikerspezialisten wie Stuyven, um eine noch bessere Rolle zu spielen.

Geschke war als Zehnter bester Deutscher der Schlussetappe. "Es war nochmal ziemlich schwer. Ich habe meinen Platz gehalten, mehr war nicht drin", sagte der frühere Tour-Etappensieger. Buchmann meinte: "Der Plan war nie, auf Klassement zu fahren. Ich bin knapp an den Top Ten vorbei gefahren, mehr war nicht zu machen. Ich war als Helfer für Pascal hier." Bitter endete die Rundfahrt für Ackermann, der nach einem Sturz am Samstag mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte und im Thüringer Wald vorzeitig vom Rad steigen musste. Arndt hat sich in den vergangenen Jahren in vielerlei Hinsicht einen Namen gemacht. Im deutsch-lizenzierten Team Sunweb ist er eine feste Größe, sein Wort hat Gewicht und bei der Tour de France fungierte er im Juli zum wiederholten Male als verlängerter Arm der Sportlichen Leitung im Rennen.

Arndt fehlt ein Tour-Erfolg

Am Samstag stand der 27-Jährige selbst im Mittelpunkt und kürte sich zum ersten deutschen Vuelta-Etappensieger seit John Degenkolb (2015). Taktisch geschickt bewahrte er im Finale die Geduld, bis er entschlossen antrat und dann mit weit mehr als einer Radlänge Vorsprung gewann. Am Sonntag schonte Arndt seine Kräfte: Bei der schweren Bergankunft in Cortals d'Encamp in Andorra kam er als 146. mit über 32 Minuten Rückstand auf den slowenischen Tagessieger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) im Gruppetto ins Ziel.

Mit dem Vuelta-Tageserfolg hat der endschnelle Allrounder nun zwei Drittel seines Karriereziels erreicht. "Ich habe immer gesagt, dass ich bei allen drei großen Rundfahrten eine Etappe gewinnen will", erklärte der Buchholzer. Teil eins glückte ihm beim Giro d'Italia 2016, Teil zwei jetzt. Was noch fehlt, ist ein Traumtag bei der Frankreich-Rundfahrt.

Quelle: n-tv.de, Ruben Stark, sid

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