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"Brauche wohl Ruhe um mich" Herrmann gewinnt "Geister-Sprint"

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Siegerin in der Stille: Denise Herrmann geht erfolgreich ihrer Arbeit nach.

(Foto: AP)

Gewonnen - und kaum einer hat sie bejubelt: Wegen des Coronavirus findet der Biathlon-Weltcup in Tschechien ohne Zuschauer statt. Denise Herrmann schießt und läuft am besten: Damit gewinnt sie ihr sechstes Weltcup-Rennen souverän.

Denise Herrmann hat zum Auftakt des Biathlon-Weltcups im tschechischen Nove Mesto den Sprint gewonnen und damit ihren sechsten Weltcupsieg gefeiert. Die 31-Jährige setzte sich im ersten Rennen nach der WM dank zwei fehlerfreier Schießeinlagen und Laufbestzeit souverän durch. "Wahrscheinlich brauche ich doch die Ruhe um mich herum, ich bin das aus dem Langlauf ja gewöhnt", scherzte Herrmann am ZDF-Mikrofon.

Beim ersten Weltcup unter Ausschluss der Zuschauer bleiben die Ränge in der WM-Arena von 2013 wegen der Sorge vor einer Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie leer. An den vier Wettkampftagen waren mehr als 100.000 Anhänger erwartet worden.

Dank einer fehlerfreien Schießleistung bescherte die Oberwiesenthalerin den deutschen Biathletinnen im ersten Weltcup nach der WM in Antholz den zweiten Saisonsieg. Die Französin Anais Bescond auf Rang zwei war nach 7,5 km im Ziel bereits 27,2 Sekunden entfernt, die tschechische Lokalmatadorin Marketa Davidova auf Platz drei folgte 49,7 Sekunden hinter Herrmann. "Mir ist ein wirklich gutes Rennen gelungen", analysierte sie.

Mit der Startnummer drei setzte die ehemalige Langläuferin Herrmann gleich zu Rennbeginn die Bestmarke, zeigte bei keineswegs einfachen Bedingungen sowohl im liegenden als auch stehenden Anschlag keine Schwäche. Null Fehler gelangen neben ihr nur fünf weiteren von insgesamt 99 Starterinnen.

"Die Ruhe hat mir nicht geschadet"

Im Gesamtweltcup verbesserte sie sich vom fünften auf den vierten Platz. "Die Ruhe hat mir am Schießstand nicht geschadet, das habe ich mir vorher schon gedacht", sagte Herrmann. Im bei der WM noch so wackligen stehenden Anschlag hatte sie sich unmittelbar hinter der Russin Larisa Kuklina platziert, um vom Windschatten zu profitieren. Mit Erfolg. "Ich war selber ein bisschen überrascht", sagte Herrmann, die sich nach ihren fünf Treffern mehrfach ungläubig umgeschaut hatte.

Die weiteren deutschen Starterinnen verpassten die Top Ten. Franziska Preuß belegte nach zwei Schießfehlern den 13. Rang, Einzel-Vizeweltmeisterin Vanessa Hinz traf ebenfalls lediglich acht Mal und landete auf dem enttäuschenden 28. Rang. Franziska Hildebrand kam bei ihrem Comeback nach mehr als zweimonatiger Wettkampfpause nicht über Platz 65 hinaus.

Am morgigen Freitag nehmen im Sprint auch die Männer nach den Titelkämpfen von Antholz wieder den Betrieb auf. Im Fokus steht dabei der Ex-Weltmeister Simon Schempp, der nach zweimonatiger Pause auf die große Biathlon-Bühne zurückkehrt. Die besten Chancen im deutschen Team werden aber Olympiasieger Arnd Peiffer und Ex-Weltmeister Benedikt Doll eingeräumt.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/sid