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Champions League Hitzfelds Mannschaft bereits in Mailand

Zwei Tage vor dem Champions-League-Endspiel im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen den FC Valencia ist das Team vom FC Bayern München nach Mailand abgereist. „Es war mein Wunsch, schon am Montag zu fliegen, wenn man im Finale steht. Zuhause wird man permanent abgelenkt und auf das Endspiel angesprochen. Wir brauchen aber mehr Ruhe und Abstand“, begründete Hitzfeld die Maßnahme.

Kurz vor dem Abflug schwor der Franz Beckenbauer die Bayern noch einmal mit einem Hinweis auf eigene Erfolge als Teamchef der Nationalmannschaft auf Optimismus ein. „Die Zeichen stehen günstig“, sagte der „Kaiser“: „Mailand ist ein gutes Pflaster. Wenn ich zum Beispiel an die WM 1990 denke. Es kann wirklich etwas werden.“

Ein „bisschen Aberglauben“, so Nationaltorwart Oliver Kahn, ist aber auch im Spiel bei der vorgezogenen Anreise nach Italien. „Man muss auch in der Vorbereitung etwas ändern“, betonte Hitzfeld.

Das 1:2-Trauma gegen Manchester United ist auch 24 Monate nach der tragischen Niederlage gegenwärtig: „Der Stachel sitzt immer noch tief“, bestätigte Hitzfeld und wählte große Worte: „Die Mannschaft hat sich geschworen, den Titel nach München zu holen.“ Mailand soll - nach 25 Jahren - zur Endstation Sehnsucht werden.

Seit dem letzten Triumph 1976 in Glasgow gegen AS St. Etienne (1:0) und drei verlorenen Finals wollen der Verein und die Fans unbedingt die Krone des europäischen Vereinsfußballs wieder nach München holen. „Es ist kein Fluch, aber die Spieler wollen jetzt diesen Titel“, so Beckenbauer. Uli Hoeneß war bemüht, nach dem Gewinn der 17. Meisterschaft in Hamburg den Druck von den Profis zu nehmen. „Die Spieler haben einen Titel in der Hand. Das ist der Schub, den wir für Mailand gebrauchen können“, sagte der Manager.

An ein Scheitern, bei dem jedem Spieler neben sportlichem Ruhm auch 400.000 DM Titel-Prämie entgehen würden, darf kein Gedanke verschwendet werden, ordnete Hitzfeld an. „Man darf kein bisschen zweifeln. Man muss immer mit vollem Optimismus an große Aufgaben herangehen. Wir haben positiven Druck“, betonte der Coach.

Seine Final-Elf steht, auch wenn es nicht die Wunschformation ist. Denn Jens Jeremies strich der Trainer schweren Herzens aus seinen Planungen, weil der 27-Jährige wegen einer Entzündung am operierten rechten Knie keine Chance habe, topfit zu werden.

„Das ist ein schwerer Verlust. Die Bayern haben zwar genügend Spieler in der Hinterhand, aber ein Jens Jeremies ist kaum zu ersetzen“, urteilte der Teamchef der Nationalmannschaft Rudi Völler. Auch der Chefübungsleiter des Deutschen Fußball-Bundes muss in den anstehenden WM-Qualifikationsspielen auf die Dienste des Bayern-Verteidigers verzichten.

Ein finaler Gewaltakt mit Spritzen wurde von Hitzfeld dennoch als zu riskant verworfen: „Es geht um die Zukunft und die Karriere von Jens.“ Der Mittelfeldspieler fügte sich in sein Schicksal und wird das Spiel nun von der Tribüne aus verfolgen.

„Für mich ist das ganz bitter“, sagte Jeremies. So schlägt in Mailand vor 74.000 Zuschauern erneut die große Stunde des Owen Hargreaves.

Der 20-jährige Kanadier, der seine internationale Feuertaufe schon als Vertreter des gesperrten Stefan Effenberg im Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid glänzend bestand, rückt vermutlich in Hitzfelds Anfangsformation.

Quelle: ntv.de

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