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Sinnlose ZeitverschwendungHöhere Mächte im Tennis: Zverev zieht Konsequenzen

17.01.2026, 08:05 Uhr
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Tennisprofi Alexander Zverev zieht sich aus dem Spielerrat zurück und erklärt, warum. (Foto: Aaron Favila/AP/dpa)

Zwei Jahre lang war Deutschlands Tennisstar Alexander Zverev im Spielerrat, nun mischt er nicht mehr mit. In Melbourne erklärt er, was ihn zu diesem Schritt bewegt hat und wie er die Machtverhältnisse im Tennis sieht.

Weil er mittlerweile zu wenig Einflussmöglichkeiten und Wandel in den Strukturen seiner Sportart sieht, engagiert sich Tennisprofi Alexander Zverev nach eigenen Worten nicht mehr im Spielerrat. "Wenn wir versuchen, uns in die Politik einzumischen, haben wir nicht wirklich viel zu sagen", sagte der Weltranglisten-Dritte vor dem Auftakt der Australian Open. "Ich habe das Gefühl, dass viel geredet wird, viel Zeit investiert wird, aber sich eigentlich nichts ändert", erklärte der 28-Jährige. Das liege nicht in der Macht der Spieler, sondern bei den höheren Mächten im Tennis. Die geringen Fortschritte seien einer der Gründe, warum er ausgestiegen sei.

Seine Kollegen hätten zum Beginn der neuen Saison wieder für ihn abstimmen müssen. Zverev war 2024 für zwei Jahre in den ATP-Council gewählt worden. Ein Thema, das Zverev in seiner Rolle und als Weltklassespieler beschäftigte und das er immer wieder ansprach, ist der zu volle Tour-Kalender und die zu lange Tennis-Saison. Diskutiert wird auch oft die Verteilung der Preisgelder.

Er habe den Eindruck, dass die verschiedenen Organisationen im Tennis "nicht wirklich gut miteinander auskommen", sagte Zverev. Es sei schwierig, sie für Gespräche über die Zukunft des Tennis zusammenzubringen. Der Tennissport wird durch die Herren-Organisation ATP, das Damen-Pendant WTA, den Weltverband ITF und die Veranstalter der Grand-Slam-Turniere organisiert.

Kritik an Berichterstattung

In Melbourne hatte Zverev zuvor bereits die Medien kritisiert, von denen er sich nicht immer fair behandelt fühlt. "Es ist nervig, wenn sich Leute nicht auf Fakten konzentrieren oder sich die Wahrheit irgendwo aus dem Arsch ziehen teilweise." Er war gefragt worden, was er als deutscher Tennisjournalist anders machen würde, und antwortete, er würde sich mehr an die Fakten halten und nicht an "irgendwelche Gerüchte". Zuvor hatte ihn ein Journalist nach seinem Privatleben gefragt.

Dabei wies Zverev auch auf die Macht hin, die Medien haben können. "Jede Geschichte kann man zweideutig schreiben, immer in eine Richtung, in die andere Richtung. Und es gibt Journalisten, die mich wahrscheinlich mögen", so Zverev. "Es gibt Journalisten, die mich weniger mögen und da kann man immer die Wahrheit so in die Richtung ziehen, in die man sie halt schreiben möchte."

So solle man auch die Fakten berücksichtigen, wenn man seine vergangene Saison sportlich bewerte. "Klar, ich habe letztes Jahr nicht das Jahr gehabt, dass ich mir erhofft habe", erklärte der beste deutsche Tennisspieler, "aber Fakt ist auch, dass ich gefühlt zehn Verletzungen gehabt habe." Das Jahr dennoch als Nummer drei der Welt zu beenden, sei "trotzdem irgendwo auch ein Erfolg." Bei seiner Antwort betonte Zverev, er wolle sich nicht beschweren über sein Leben, er führe "ein wunderschönes Leben".

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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