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Durchmarsch in der Quali Irland stört die Perfektion der DFB-Frauen

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Es läuft die 674. reguläre Spielminute des Länderspieljahres der DFB-Frauen. In diesem Moment endet die Zu-Null-Bilanz. Es fehlten weitere reguläre 46 Minute zum gegentorlosen Kalenderjahr.

(Foto: imago images/Action Plus)

Acht Spiele, acht Siege, 46 Treffer - und Katie McCabe. Im letzten Spiel des Corona-Jahres fängt sich die DFB-Elf der Frauen das erste Gegentor des Jahres ein. Es trübt aber nicht mehr den glatten Durchmarsch auf dem Weg EM 2022. Dennoch hadert vor allem Torhüterin Ann-Katrin Berger mit dem Spiel gegen Irland.

Der kleine Schönheitsfehler einer ansonsten perfekten EM-Qualifikation wurmte Ann-Katrin Berger natürlich. "Jeder will gerade beim Debüt zu null spielen. Es ärgert mich riesig", sagte die Torhüterin nach dem 3:1 (2:1) zum Abschluss des schwierigen Corona-Jahres in Irland, dem achten Sieg im achten Spiel (46:1 Tore) auf dem Weg zur EM 2022 in England. Bei ihrer Gänsehaut-Premiere entschied Berger sich beim Foulelfmeter von Katie McCabe (44.) für die falsche Ecke. Das unnötige erste Gegentor der Qualifikation und des Jahres änderte aber nichts daran, dass die 30-Jährige vom FC Chelsea drei Jahre nach ihrer Krebserkrankung einen "unvergesslichen" Abend erlebte: "Sie hat einfach gut geschossen."

Da Lina Magull (21., Foulelfmeter) und Tabea Waßmuth per Doppelpack (29., 85) für den Rekordeuropameister trafen, ist auch die Jahresbilanz mit sechs Siegen aus sechs Spielen allen Pandemie-Widerständen zum Trotz eindeutig. "Ich bin davon überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", befand Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem finalen Arbeitssieg, auch wenn sie ihrem Team "mangelnde Präzision und Spielruhe" in der zweiten Hälfte ankreidete.

Grund zum Jubeln gibt es gleich drei Mal gegen Irland.

Grund zum Jubeln gibt es gleich drei Mal gegen Irland.

(Foto: imago images/Action Plus)

Vier Tage nach dem 6:0 gegen Griechenland hatte sie ihre Startelf zur Belastungssteuerung auf gleich sieben Positionen verändert. Mittelfeldspielerin Sara Däbritz saß wegen muskulärer Probleme auf der Tribüne des Tallaght Stadiums. Trotz anfänglicher Abstimmungsprobleme bestimmte die neu zusammengestellte DFB-Auswahl sogleich das Geschehen.

Doppel-Torschützin Magull

Spielerisch hakte es, doch der Gegner und Schiedsrichterin Sara Persson halfen mit. Da Kapitänin Svenja Huth nach einem Zweikampf mit McCabe im Strafraum zu Boden ging, entschied die Schwedin großzügig auf Strafstoß, den Magull zur Führung nutzte. Waßmuth legte per Rechtsschuss von der Strafraumgrenze zügig nach und freute sich im zweiten Länderspiel über ihren ersten Treffer. Vor der Pause folgte der nächste umstrittene Elfmeterpfiff nach vermeintlichem Foulspiel von Marina Hegering an Denise O'Sullivan, McCabe verwandelte sicher.

Im zweiten Durchgang blieb das deutsche Team im Vorwärtsgang, verlor aber an Souveränität. Die Hoffenheimerin Waßmuth verpasste mit einem Lattentreffer (55.) zunächst die Vorentscheidung, ehe sie in der Schlussphase die letzten Zweifel am Erfolg beseitigte. Diesmal traf sie mit links. "Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, aber ich freue mich natürlich riesig", sagte die Doppeltorschützin.

Wie es für die DFB-Frauen im neuen Jahr weitergeht, ist noch nicht fix. Pflichtspiele stehen wegen der verpassten Olympia-Qualifikation nicht an, dafür soll gegen Topnationen getestet werden. Wenn es die Pandemielage erlaubt, wird auch eine USA-Reise zu Länderspielen gegen die Weltmeisterinnen nachgeholt.

Quelle: ntv.de, ysc/sid