Sport

Religiöse Propaganda Judoka und Trainer für zehn Jahre gesperrt

b2061d9aec2e602ac106f8f19190d836.jpg

Fethi Nourine wurde vom Weltverband für zehn Jahre gesperrt.

(Foto: REUTERS)

Bei den Olympischen Spielen in Tokio kommt es bereits früh zu einem ersten Eklat. Ein algerischer Judoka verweigert einen möglichen Kampf gegen einen Israeli und verzichtet lieber ganz. Der internationale Judo-Verband sperrt den Athleten und seinen Trainer nun für zehn Jahre.

Der algerische Judoka Fethi Nourine ist wegen seines Rückzugs von den Olympischen Spielen in Tokio aus politischen Gründen vom Internationalen Judo-Verband IJF für zehn Jahre von Wettkämpfen ausgeschlossen worden. Auch Nourines Trainer Amar Benikhlef erhielt eine zehnjährige Sperre.

Nourine hatte bei den Spielen in Tokio einen möglichen Kampf gegen einen Israeli verweigert und auf eine Olympia-Teilnahme verzichtet. Der Weltverband nahm daraufhin Ermittlungen gegen den 30 Jahre alten Sportler und dessen Trainer auf. Beide waren bereits in Tokio vorläufig suspendiert worden.

Nourine hätte in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm auf den Israeli Tohar Butbul treffen können. Daraufhin äußerten sowohl der Athlet als auch der Trainer in algerischen Medien die Absicht, bei den Spielen nicht anzutreten und begründeten dies damit, nicht gegen einen Israeli kämpfen zu wollen. Nourine und Benikhlef sagten, sie hätten verzichtet, um ihre Unterstützung für die Palästinenser auszudrücken. Das algerische Olympische Komitee entzog beiden Männern die Akkreditierungen und schickte sie nach Hause.

"Es ist offensichtlich, dass die beiden algerischen Judoka in böswilliger Absicht die Olympischen Spiele als Plattform für Proteste und zur Förderung politischer und religiöser Propaganda genutzt haben, was einen klaren und schwerwiegenden Verstoß gegen die IJF-Statuten, den IJF-Ethikkodex und der Olympischen Charta darstellt", hieß es in der IJF-Erklärung. Nourine und Benikhlef können nun gegen ihre Sperren beim Sport-Schiedsgericht Berufung einlegen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der IJF eingreifen musste. Im April hatte der Verband den Iran wegen einer identischen Aktion für vier Jahre gesperrt. Bei der WM vor zwei Jahren wurde der damalige Iraner Saeid Mollaei von seinem Verband durch Drohungen gegen ihn und seine Familie dazu gezwungen, absichtlich zu verlieren, um im Finale nicht gegen Sagi Muki aus Israel antreten zu müssen. Bei den Olympische Spielen gewann der nun in Deutschland lebende Mollaei Silber in der Klasse bis 81 Kilogramm. In Tokio war er für die Mongolei angetreten.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.